Sonntag, 28. August 2016

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Verdacht auf Kapitalanlagebetrug Ermittlungen gegen Fondsanbieter Fairvesta

Firmensitz von Fairvesta: Der Immobilienfonds-Anbieter ist ins Visier der Staatsanwälte geraten

Kommt am grauen Markt erneut ein großer Anlageskandal ins Rollen? Schon lange gibt es Gerüchte um den Fondsanbieter Fairvesta, der bereits dreistellige Millionenbeträge bei Anlegern eingesammelt hat. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft - und Fairvesta reagiert recht eigenwillig.

Hamburg - Am grauen Kapitalmarkt könnte erneut ein großer Anlageskandal ins Rollen kommen. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart, Schwerpunktabteilung Wirtschaftskriminalität, hat ein Ermittlungsverfahren gegen Topmanager des Tübinger Fondsanbieters Fairvesta eingeleitet. Der Verdacht lautet auf Kapitalanlagebetrug, wie eine Sprecherin der Behörde gegenüber manager magazin online sagte. Die Sprecherin bestätigte damit eine Meldung der "Wirtschaftswoche".

Fairvesta bezeichnet sich selbst als das größte bankenunabhängige Emissionshaus geschlossener Immobilienfonds in Deutschland. Tatsächlich spielt das Unternehmen gemessen am Umsatzvolumen in einer Liga mit zuletzt ebenfalls ins Zwielicht geratenen Graumarktfirmen wie der Frankfurter Immobiliengruppe S&K, dem Hamburger Fondshaus Wölbern Invest oder Infinus aus Dresden - wenn nicht darüber.

Die Immobilienfonds-Firma habe "das Vertrauen von 13.000 Anlegern" sowie "über 800 Millionen Euro Assets under Management", heißt es auf der Website. Fairvesta erwirtschafte "eine durchschnittliche Rendite von 12,37 Prozent pro Jahr" für seine Anleger. Per Pressemitteilung verkündete das Unternehmen einmal, einer seiner Fonds sei "der beste geschlossene Immobilienfonds" hierzulande.

Dass sich die Staatsanwaltschaft Tübingen, die den Fall nun nach Stuttgart abgegeben hat, die Geschäfte von Fairvesta genau anschaut, ist unter Beobachtern allerdings seit Monaten bekannt. Auch Gerüchte über Unregelmäßigkeiten bei der Firma gibt es seit langem.

Fairvesta verfügt offenbar über eine Reihe von Gegenspielern - Konkurrenten, ehemalige Mitarbeiter und andere - die den Markt, die Medien sowie Staatsanwälte seit Jahren mit anscheinend belastendem Material versorgen. Ausgangspunkt sind dabei in der Regel die zweistelligen Renditen, die Fairvesta regelmäßig erwirtschaftet haben will. Für Kenner des Immobiliengeschäfts ist diese enorme Performance über einen so langen Zeitraum kaum nachzuvollziehen.

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