Samstag, 3. Dezember 2016

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Vonovia senkt Annahmequote "Die sechs Prozent fallen uns dann sowieso in den Schoß"

Die "Vonovia" (ehemals Deutsche Annington) tut schwer mit der Übernahme der Deutsche Wohnen. Das Unternehmen hat die Annahmequote gesenkt

Im Übernahmepoker um die Deutsche Wohnen senkt der Marktkführer Vonovia die Annahmequote auf 44 Prozent und verlängert die Frist. Der Finanzvorstand kommentiert das wie folgt: "Die sechs Prozent fallen uns sowieso in den Schoß." Das nennt man wohl selbstsicher, Deutsche-Wohnen-Aktionäre dürften dafür einen anderen Begriff finden.

Die Deutsche Wohnen hat den Marktführer Vonovia für seinen jüngsten Schachzug im milliardenschweren Übernahmekampf scharf kritisiert. Entgegen wiederholter Versicherungen habe Vonovia die Annahmequote für die Offerte auf 44 Prozent gesenkt, sagte Chief Investment Officer Lars Wittan.

Vonovia habe erkannt, dass eine deutliche Mehrheit das feindliche Angebot ablehne. "Dieses Angebot ist und bleibt wertzerstörend für die Aktionäre der Deutsche Wohnen", kritisierte der Manager.

Vonovia will die Deutsche Wohnen kaufen und hat dafür den Aktionären ein Angebot unterbreitet. Am Montag gab der Branchenprimus schließlich bekannt, sich im ersten Anlauf mit 44 Prozent der Anteile zufriedenzugeben. Die Annahmequote lag zuletzt deutlich unter dem Zielwert. Zugleich verlängerte Vonovia um zwei Wochen bis zum 9. Februar 2016.

"Die sechs Prozent fallen uns dann sowieso in den Schoß", sagte Finanzvorstand Stefan Kirsten. Denn viele Inhaber von Wandelanleihen und Indexfonds-Verwalter wollten mitziehen, dürften das aber erst, wenn der Erfolg der 14 Milliarden Euro schweren Übernahme gesichert sei.

Bei einem Erfolg der Übernahme wäre es die größte, die es auf dem deutschen Immobilienmarkt je gegeben hat. Entstehen würde ein Konzern, der bundesweit rund eine halbe Million Wohnungen verwaltet und die Konkurrenz weit hinter sich lässt. Das Kartellamt hat nichts dagegen, weil es noch viele kommunale Vermieter gibt.

rei/reuters/dpa

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