Mittwoch, 29. Juni 2016

Alle Artikel und Hintergründe

Büromarkt in Deutschland Menden schlägt München - der Aufschwung erreicht die Provinz

Menden im Sauerland: Nirgends in Deutschland stiegen die Büromieten zuletzt so stark wie in dem 50.000-Einwohner-Ort
wikipedia/Asio otus
Menden im Sauerland: Nirgends in Deutschland stiegen die Büromieten zuletzt so stark wie in dem 50.000-Einwohner-Ort

Der Büromarkt in Deutschland befindet sich dank der guten wirtschaftlichen Gesamtlage beinahe flächendeckend im Aufschwung. Das zeigt der Gewerbeimmobilien-Preisspiegel für 350 Städte und Gemeinden, den der Immobilienverband IVD zusammengestellt hat.

Das Zahlenwerk macht deutlich: Nicht nur an Top-Standorten wie München, Frankfurt oder Hamburg zogen die Büromieten 2015 gegenüber dem Vorjahr deutlich an. Auch Städte mit weniger Einwohnern befinden sich vielmehr im Aufwärtstrend. Eine besonders hohe Nachfrage gibt es laut IVD beispielsweise in Großstädten mit 100.000 bis 200.000 Einwohnern, wo die Mieten im Durchschnitt am stärksten zugelegt haben (siehe Grafiken im Slider).

Kein Wunder: Laut Bundesagentur für Arbeit stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland zuletzt um 2 Prozent auf 30,7 Millionen - und rund 80 Prozent dieser Beschäftigten arbeiten in Städten jenseits der sieben größten Bürostandorte.

Entwicklung der Büromieten 2015: Den stärksten Anstieg der Durchschnittsmieten gab es laut IVD in Städten mit 100.000 bis 200.000 Einwohnern

Teure Top-Standorte: Die höchste Spitzenmiete für Büros wird in Frankfurt am Main gezahlt, gefolgt von München und Düsseldorf.

Kleine Städte vorn: Den stärksten Anstieg der durchschnittlichen Büromieten verzeichneten im vergangenen Jahr kleinere Standorte wie ...

... der 50.000-Einwohner-Ort Menden im Sauerland, ...

... die Gemeinde Holzwickede, mit weniger als 20.000 Einwohnern ebenfalls im Westen Deutschlands gelegen, sowie ...

... beispielsweise auch Chemnitz in Sachsen.

"Der wirtschaftliche Aufschwung macht sich jetzt auch in diesen kleineren Städten bemerkbar und zieht daher viele Investoren an", sagt IVD-Präsident Jürgen Michael Schick. "Nach einem langen Zeitraum mit stabilen Mieten ziehen die Preise dort nun auch bei den einfachen und mittleren Lagen an."

So verwundert es nicht, dass die Stadt, in der die Büromieten im vergangenen Jahr bundesweit am stärksten zulegten, keineswegs München heißt, sondern Menden. Das ergab eine Auswertung, die der IVD eigens für manager-magazin.de vorgenommen hat (siehe Grafiken).

Demnach ging es mit den Mieten für Büroflächen in der 50.000-Einwohner-Gemeinde im Sauerland zwischen 2014 und 2015 im Schnitt um 12,5 Prozent nach oben - so stark wie nirgends sonst in Deutschland. Auf Platz zwei rangiert mit einem Plus von 11,1 Prozent mit Holzwickede ebenfalls ein mit nicht einmal 20.000 Einwohnern vergleichsweise kleiner Ort im Westen der Republik.

"Menden und Holzwickede profitieren von der Nähe zum Ruhrgebiet ohne ein vergleichbar hohes Mietniveau zu haben", sagt dazu IVD-Chef Schick. Generell seien Chemnitz, Cottbus, Menden und Holzwickede Städte mit zumindest leichtem Zuzug, so Schick. "Auch für Unternehmen sind sie attraktiv, da das Mietniveau für Büroobjekte noch relativ niedrig ist."

Tatsächlich spielen diese Standorte absolut betrachtet immer noch in einer anderen Liga als beispielsweise München und Co. Laut IVD können Unternehmen in Menden einen Quadratmeter Bürofläche nach wie vor für lediglich 4,50 Euro pro Monat mieten. In Holzwickede sind es ebenfalls günstige fünf Euro.

Zum Vergleich: Die bundesweit höchsten Spitzenmieten werden mit mehr als 37 Euro pro Quadratmeter und Monat in Frankfurt am Main gezahlt. Die höchsten Durchschnittsmieten hat laut IVD München mit 22 Euro pro Quadratmeter.


Alle relevanten News des Tages gratis auf Ihr Smartphone. Sichern Sie sich jetzt die neue kostenlose App von manager-magazin.de. Für Apple-Geräte hier und für Android-Geräte hier.
Newsletter von Christoph Rottwilm
Christoph Rottwilm auf Twitter

Mehr manager magazin
Zur Startseite

© manager magazin 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH