Montag, 20. August 2018

Promi-Villa in Montauk Strandhaus eines Großbetrügers zu verkaufen

Ehemaliges Madoff-Strandhaus in Montauk bei New York: Die Immobilie steht für 21 Millionen Dollar zum Verkauf (das Foto wurde vor der Renovierung aufgenommen).

Dieses Strandhaus hat eine bewegte Geschichte hinter sich: Es wurde vor rund zehn Jahren von der Polizei beschlagnahmt, kurz darauf verkauft und in der Folge gründlich renoviert. Jetzt steht es wieder zum Verkauf, für die stolze Summe von 21 Millionen Dollar (etwa 17 Millionen Euro).

Was die Immobilie in Montauk unweit New Yorks, auf der äußersten Spitze von Long Island, aber eigentlich bemerkenswert macht, ist der Mann, der vor dem Zugriff der Staatsmacht ihr Eigentümer war: Es ist das Haus, das einst dem US-amerikanischen Großbetrüger Bernard "Bernie" Madoff gehörte.

Madoff galt bis zu seinem Aus jahrelang als angesehener Player an der Wall Street, der - auch prominente - Anleger aus aller Welt zu seinen Kunden zählte. 2008 flog jedoch sein Schwindel auf: Madoff hatte ein sogenanntes Schneeballsystem betrieben und mehrere Tausend Geldanleger um eine Summe betrogen, die nach den eigenen Angaben des ehemaligen Finanz- und Börsenmaklers insgesamt bis zu 50 Milliarden Dollar betragen haben könnte.

2009 wurde Madoff von einem US-Gericht zu einer Gefängnisstrafe von 150 Jahren verurteilt - er trägt seither mit Fug und Recht den Beinamen "Jahrhundertbetrüger".

"Jahrhundertbetrüger" Bernard Madoff

Wer also Interesse an Immobilien mit prominenten Vorbesitzern hat, kommt in diesem Fall auf seine Kosten: Das 280-Quadratmeter-Haus mit Pool und drei Schlafzimmern in den noblen Hamptons erwarb 2009 der US-Milliardär Steven Roth, Chef des Immobilien-Investmentunternehmens Vornado Realty Trust, gemeinsam mit seiner Gattin Daryl, einer Broadway-Produzentin, wie Bloomberg berichtet.

Die Roths brachten die Immobilie, deren 6000-Quadratmeter-Grundstück direkt am Atlantik-Strand liegt, auf Vordermann und wollen sich nun, nach nicht einmal zehn Jahren wieder davon trennen. Der Grund laut Bloomberg: Das Ehepaar besitze in der Gegend noch zwei weitere Objekte.

Christoph Rottwilm auf Twitter

Sollte die Strandvilla nun tatsächlich für stattliche 21 Millionen Dollar einen neuen Besitzer finden, so wäre das in zweierlei Hinsicht bemerkenswert: Zum einen hat der Markt für Luxusimmobilien in der Gegend seinen Höhepunkt Berichten zufolge eigentlich überschritten und durchläuft momentan eine Korrekturphase. Zum anderen haben die Roths für die Villa 2009 laut Bloomberg "lediglich" 9,4 Millionen Dollar bezahlt. Selbst unter Berücksichtigung der Renovierungskosten würden sie also einen recht ordentlichen Schnitt bei dem Geschäft machen.

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