Mittwoch, 28. September 2016

Stabilitätswächter warnen vor Immobilienblase Steigendes Risiko beim Hauskauf - so klappt die Finanzierung

Vorsicht Falle: Wenn Immobilienkäufer ins Risiko gehen
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AP

Die Sorge der Experten vor einer Überhitzung am deutschen Immobilienmarkt wird größer. Zahlreiche Forschungsinstitute attestierten bestimmten Teilen und Lagen in Großstädten und Ballungsräumen bereits Übertreibungen bei der Entwicklung der Häuser und Wohnungspreise. Schon vor Monaten warnte auch die Bundesbank vor der Gefahr solcher Übertreibungen, die über die Kreditvergabe letztlich auch Banken in Schwierigkeiten bringen könnten. Nun fordert der Ausschuss für Finanzstabilität des Bundesfinanzministeriums BMF) konkrete Maßnahmen, mit denen solchen Gefahren vorgebeugt werden soll.

Die Finanzaufsicht Bafin sollte zusätzliche Eingriffsrechte in den Immobilienmarkt erhalten, so die Stabilitätswächter. Möglich sei beispielsweise, dass die Bafin Mindestanforderungen an die Immobilienfinanzierung festlegt, etwa in Form von Mindest-Eigemkapitalquoten oder Mindest-Tilgungsraten. So könnten Überschuldungen und mögliche Preisblasen verhindert werden, glauben die Experten von der Bafin, der Bundesbank und dem BMF.

Gleichzeitig betonen die Stabilitätswächter allerdings, dass diese Mittel derzeit noch nicht angewendet werden müssten. Es sei lediglich wichtig, rechtzeitig die erforderlichen Vorbereitungen zu treffen, um im Ernstfall schnell reagieren zu können. "Wir müssen vorbereitet und handlungsfähig sein, wenn es darauf ankommt, wenn also Risiken akut werden", so Bafin-Chef Felix Hufeld. "Noch sind wir allerdings nicht im Handlungsmodus."


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Tatsächlich steigen die Preise für Wohnungen und Häuser in vielen Großstädten und Ballungsräumen seit Jahren an. Viele Bauträger und Privatkäufer nutzen das niedrige Zinsniveau zu günstigen Finanzierungen. Zuletzt meldete das Statistische Bundesamt beinahe 56.000 neu errichtete Eigentumswohnungen im Jahr 2014. Der Wert ist so hoch wie seit 2001 nicht mehr und entspricht einem Rekordwachstum von 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

"Die Zahlen zeigen, die private Altersvorsorge findet heute überproportional im Wohnungseigentum statt", sagt Martin Kaßler, Geschäftsführer des Dachverbandes Deutscher Immobilienverwalter. Bereits zum vierten Mal in Folge übertrifft die Zahl der Fertigstellungen die des Vorjahres, so der Verband.

Baufinanzierungsexperten weisen jedoch stets auf die Gefahren der günstigen Immobilienfinanzierung hin. Zwar gab es zuletzt auch aufgrund der Turbulenzen am Anleihemarkt einen leichten Anstieg der Hypothekenzinsen. Historisch betrachtet sind die Zinsen jedoch immer noch extrem niedrig.

Wer sich in diesem Umfeld mit den monatlichen Raten übernimmt, dem droht beim Anstieg der Zinsen das böse Erwachen, so die Gefahr. Schließlich hat eine private Immobilienfinanzierung in der Regel eine Laufzeit von mehreren Jahrzehnten. Und wenn während dieser Zeit die Zinsen steigen, so erhöht sich dadurch nicht nur die monatliche Rate. Auch die Immobilienpreise dürften dann unter Druck geraten, was mögliche Notverkäufe schwieriger machen dürfte.

Fachleute warnen Käufer daher davor, im aktuellen Umfeld Immobilienpreise zu zahlen, die sie sich bei höheren Zinsen nicht leisten könnten. Stattdessen sollten die Käufer die entstandene Luft in der Finanzierung nutzen, um die Tilgung zu erhöhen. So lässt sich die Immobilie schneller abbezahlen.


Vorsicht Finanzierungsfalle: Wenn Immobilienkäufer zu stark ins Risiko gehen

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