Mittwoch, 14. November 2018

Immbilientochter verkauft Hochtief-Chef sagt Adios zu Aurelis

Hochtief-Chef Verdes: Der Konzern trennt sich von seiner Immobilientochter Aurelis und stellt auch das Projektentwicklergeschäft mit Immobilien zur Disposition

Hochtief-Chef Marcelino Verdes hat einen Käufer für den Anteil des Konzerns an der Immobilientochter Aurelis gefunden. Der Baukonzern war vor Jahren zusammen mit Star-Investor Soros bei Aurelis eingestiegen.

Düsseldorf - Zum Verkaufspreis schwieg sich der von der spanischen Hochtief-Mutter ACS nach Essen entsandte Verdes am Montag aus. Der Manager hat Hochtief eine Trennung von Randgeschäften verordnet, er will den Konzern auf Profit trimmen. Aktien von Hochtief reagierten am Montagvormittag mit Kursaufschläge von rund 1 Prozent auf die Nachricht.

Ein Anteil an Aurelis von 43 Prozent solle an ein Investorenkonsortium unter Führung von Grove International gehen - Grove kontrolliert bereits 50 Prozent des ehemaligen Bahn-Tochter, teilte Hochtief weiter mit. Auch die verbliebenen 7 Prozent Hochtiefs würden an einen Investoren verkauft.

Der Gesamtverkaufspreis der veräußerten Hochtief-Anteile liegt "etwa auf Höhe des Buchwerts mit Stand 30. November 2013", teilte der Essener Konzern weiter mit. Ein Sprecher wollte sich nicht zu dessen Höhe äußern. Hochtief will seinen Geschäftsbericht für 2013 Ende des Monats vorlegen - dieser könnte dann für Klarheit sorgen.

Auch Immobilien-Projektentwicklergeschäft steht zur Disposition

Europaviertel in Frankfurt (Skizze; zum Großbild bitte klicken):
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Europaviertel in Frankfurt (Skizze; zum Großbild bitte klicken):
Hochtief war 2007 zusammen mit der von Star-Investor George Soros gegründeten Gesellschaft Redwood Grove International bei Aurelis eingestiegen. Die ehemalige Tochter der Deutschen Bahn ist ein bundesweit bei Immobilien aktiver Projekt- und Flächenentwickler. Zu diesen gehört etwa das Europaviertel West in Frankfurt (Bild links). Aber auch in Hamburg, Berlin oder München ist das Unternehmen aktiv. Das gesamte Portfolio von Aurelis umfasste Ende 2012 etwa 13,6 Millionen Quadratmeter Grundstücksfläche.

"Diese Transaktion ist ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zur Umsetzung unserer Strategie", erklärte Hochtief-Chef Verdes. Der spanische Manager hatte bereits andere Beteiligungen veräußert. Das Flughafengeschäft hatte Hochtief verkauft, das Service-Geschäft mit knapp 6000 Mitarbeitern ging an die französische Spie-Gruppe. Auch das Immobilien-Projektentwicklergeschäft hat Verdes zur Disposition gestellt. Verdes will Hochtief auf das Infrastrukturgeschäft rund um Verkehr, Energie und Städtebau konzentrieren. Zudem will er den Anteil an der australischen Tochter Leighton ausbauen.

rei/rtr

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