Dienstag, 27. Juni 2017

Führungskräfte Das Selbstbild moderner Manager

Was treibt Manager an? Welchen Werten fühlen sie sich verpflichtet? Wo finden sie Sinn? Spannende - und ernüchternde - Antworten auf diese Fragen gibt eine aktuelle Studie.

Pflichtbewusst, leistungsorientiert und zu privatem Verzicht bereit: Die Spitzenkräfte der deutschen Wirtschaft leben für und in ihrem Beruf. Dort verankern sie ihre Werte, dort setzen sie sich Ziele, dort finden sie Lebenssinn.

Die Kehrseite dieses professionellen Habitus: Der Wunsch nach Selbstverwirklichung muss nicht nur hinter den in der Unternehmenswelt wahrgenommenen Zwängen zurückstehen, sondern zuweilen auch der permanenten Suche nach Anerkennung weichen. In diesem Spannungsfeld werden persönliche Ideale zur reinen Privatsache.

Selbstbild: Welche Rolle spielt der Wunsch nach authentischem Sein für die Leistungselite?
Corbis
Selbstbild: Welche Rolle spielt der Wunsch nach authentischem Sein für die Leistungselite?
Diese Erkenntnisse stammen aus einer aktuellen Untersuchung. Miriam Meckel, Leiterin des Instituts für Medien- und Kommunikationsmanagement der Universität St. Gallen, hat im Auftrag der Düsseldorfer Identity Foundation gemeinsam mit ihrem Team 200 deutsche und Schweizer Führungskräfte aus allen Branchen zu ihren Lebensmotivationen, Sinnvorstellungen und Werten befragt.

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Über 70 Prozent der Teilnehmer waren Vorstände, Geschäftsführer und persönlich haftende Gesellschafter. Im Durchschnitt waren die Befragten 46 Jahre alt, 20 Prozent von ihnen Frauen. Um die Ergebnisse zu untermauern, interviewten die Wissenschaftler neben der Fragebogenaktion 23 Führungskräfte persönlich. Auf diese Weise erhielten die Experten eine qualitative Bestätigung der quantitativen Untersuchung.

Das Ergebnis: An der Spitze der Konzerne und großer mittelständischer Unternehmen in Deutschland stehen Menschen, die gut funktionieren und überwiegend innerhalb der Grenzen des Systems denken und handeln. Ein Ergebnis, das auf den ersten Blick nicht überrascht.

Spannend wird es, weil sich zwei Fragen daran knüpfen: Zum einen ist es die Frage nach Werten, die sich nicht aus Funktions- und Leistungsanforderungen speisen; nach Sinn- und Zielvorstellungen, die Vitalität und innere Unabhängigkeit verleihen. Zwar schimmern diese hinter den vordergründigen Antworten zuweilen durch. Viele Manager erleben sie aber hauptsächlich in der Privatsphäre.

Zum anderen geht es um die Frage, ob und wie die deutschen Führungskräfte mental vorbereitet sind, die Folgen der globalen Wirtschaftskrise zu bewältigen. Hier gibt die Untersuchung interessante, wenngleich auch einige ernüchternde Aufschlüsse.

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