Von Britta Domke
Die Deutsche Telekom
nennt es "Talentfinder", die Krankenkasse CityBKK "Potenzialtag", und beim Maschinenbauer Gea Group
erinnert der Name "Professionals on Stage" sogar ein wenig an Showbiz: Wenn es darum geht, einen harmlos klingenden Namen für ihr Assessment-Center (AC) zu finden, legen die Personaler deutscher Unternehmen große Kreativität an den Tag. Schließlich bekommen Bewerber und interne Aufstiegskandidaten oft schon beim Gedanken an das berüchtigte Auswahlverfahren Schweißausbrüche.
Das verwundert nicht. Hartnäckig halten sich Gerüchte über Gruppendiskussionen, in denen der dreisteste Großschwätzer gewinnt, oder gemeinsame Mittagessen, bei denen Beobachter heimlich die Tischmanieren der Bewerber kontrollieren. Dass Unternehmen sich bei ihren AC nur ungern in die Karten schauen lassen, hat sicher seinen Teil zu der diffusen Angst der Kandidaten beigetragen.
Einen Blick hinter die Kulissen ermöglicht jetzt eine neue Studie, die jenseits aller Vorurteile die Situation der Assessment-Center in Deutschland, Österreich und der Schweiz beleuchtet. Schon im Jahr 2001 hatte der Arbeitskreis Assessment Center, ein Zusammenschluss von knapp 70 Spezialisten für Personalauswahl und -entwicklung, die Verbreitung und den Ablauf von AC im deutschen Sprachraum erfragt.
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Die Ergebnisse zeigen: Wer in einem großen Unternehmen Karriere machen will, muss mit hoher Wahrscheinlichkeit irgendwann ein Assessment-Center oder dessen jüngere Schwester, das sogenannte Development-Center (DC), durchlaufen. Die klare Mehrheit von 71 Prozent der Dax-100-Unternehmen und 73 Prozent aller befragten Firmen setzen mittlerweile auf die Methode AC oder DC (bisweilen auch AC/DC genannt).
Und die Entwicklung zeigt weiter nach oben: 59 Prozent der Befragten glauben, dass die Zahl der Assessments in Zukunft eher zunehmen wird; nur 5 Prozent sehen sie auf dem absteigenden Ast.
© Harvard Business Manager 9/2008
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