Von Oliver Gassmann
3. Teil: Ansätze aus der Praxis
Es ist Zeit zu handeln
Was kann man tun gegen die sich epidemisch verbreitende Realtime-Illusion und ihre Folgen? In der Unternehmenspraxis haben sich einige Praktiken herausgebildet:
Vorbildfunktion. Das Topmanagement muss die Problematik erkennen, die Thematik des effektiven Arbeitens auf die Agenda bringen und sich selbst erst einmal danach richten.
Absage an "cc". Effektive Führungskräfte lesen keine Kopie-E-Mails (cc) und machen dies bekannt.
Zeitmanagement. Für die Beantwortung von E-Mails sollten begrenzte Zeitblöcke eingeplant und streng eingehalten werden.
Blackberrys. Bei Blackberrys und iPhones darf die E-Mail-push-Funktion nur in bestimmten Zeiträumen aktiviert sein. Dies muss ein bewusster Entscheid sein. So handelt zum Beispiel auch Jim Basillie, CEO des Blackberry-Herstellers RIM.
Reaktionszeit. Die erforderliche Reaktionszeit muss identifiziert und die Kommunikationsfrequenz daran angepasst werden. Bei einem Online-Disponenten ist diese sicher höher als bei einem Marketingplaner.
Kommunikationstechnologie beschleunigt die Arbeitswelt, dies steht außer Frage. Der Mensch muss jedoch die Maschine beherrschen - nicht umgekehrt. Aber vielleicht wird die nächste Generation von Kommunikationsgeräten mit einer eingebauten Verhaltenssteuerung ausgeliefert. Zumindest beschäftigen sich die Anwenderlaboratorien einiger innovativer Telekom-Unternehmen bereits intensiv mit der Thematik.
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