Die britische Großbank Lloyds bietet neue Aktien fast 60 Prozent unter dem Börsenkurs der alten an. Das teilverstaatlichte Institut will insgesamt 22,5 Milliarden Pfund einnehmen. Zugleich enthüllt die Bank von England einen geheimen Notkredit, den sie auf dem Höhepunkt der Krise gewährte.
London - Die teilverstaatlichte britische Großbank Lloyds
bietet bei ihrer Rekordkapitalerhöhung neue Aktien mit einem Abschlag auf den Börsenkurs an. 36,5 Millionen neuer Aktien würden zu einem Preis von 37 Pence je Anteilsschein platziert, teilte das Institut am Dienstag mit. Dies bedeutet einen Diskont von 59,5 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Montag. Analysten hatten einen Ausgabepreis von rund 35 Pence erwartet. Lloyds will bei einer der größten Kapitalerhöhungen der Wirtschaftsgeschichte über die Ausgabe neuer Aktien knapp 13,5 Milliarden Pfund (15 Milliarden Euro) einsammeln.
Lloyds gehört zu den britischen Banken, die am schwersten von der Wirtschaftskrise getroffen wurden. Die Bank hatte sich mit der - von der Regierung erwünschten - Übernahme der ins Straucheln geratenen Hypothekenbank HBOS verhoben. Der Staat musste stützend einspringen und hält jetzt 43 Prozent der Stimmrechte. Um ihren Anteil stabil zu halten, beteiligt sich die Regierung mit 5,7 Milliarden Pfund an der Kapitalerhöhung.
Die Kapitalerhöhung gehört zu einem gut 22,5 Milliarden Pfund schweren Finanzierungspaket, mit dem sich Lloyds zumindest teilweise aus der staatlichen Obhut lösen will. Dazu gehört auch ein Plan, mehrere hundert Filialen in Großbritannien mit den dazugehörigen Einlagen und die Hypothekentochter Cheltenham & Gloucester zu verkaufen. Mit einer am Montag abgeschlossenen Umwandlung alter Anleihen in neue sicherte sich Lloyds mehr als 8,8 Milliarden Pfund. Dieses Angebot war deutlich überzeichnet. Die Bonds können notfalls in dringend benötigtes Eigenkapital umgewandelt werden.
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Anders als der Konkurrent Royal Bank of Scotland
(RBS), der inzwischen zu 84 Prozent der Regierung gehört, verzichtet Lloyds auf die im Frühjahr vereinbarte teure staatliche Absicherung problematischer Wertpapiere. Lloyds hat zugesichert, für die bereits gewährte staatliche Garantie von Anleihen eine Gebühr von 2,5 Milliarden Pfund zu entrichten.
manager-magazin.de mit Material von reuters, ap und dpa-afx
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