Dienstag, 18. September 2018

Munich Re sucht Käufer für Vermögensverwalter Meag Munich Re erwägt Verkauf ihres Vermögensverwalters

Immer in Bewegung: Die Münchener Rück erwägt den Verkauf ihrr Vermögensverwaltung

Der weltgrößte Rückversicherer Münchner Rück (Munich Re) will seine Vermögensverwaltung (Meag) verkaufen und verhandelt darüber mit dem US-Vermögensverwalter Guggenheim, berichtet das "Wall Street Journal" (€) unter Berufung auf eingeweihte Personen.

Die Meag (Munich Ergo Asset Management) verwaltet Vermögen von rund 290 Milliarden Dollar für den Mutterkonzern und die Erstversicherungstochter Ergo. Bei großen Investments wie etwa Infrastrukturprojekten gilt sie damit als zu klein. Mit einem starken Partner an der Seite könnte sie mehr Schlagkraft entwickeln.

Dem Bericht zufolge könnte der Versicherer bei dem Deal im Gegenzug einen nicht genannten Minderheitsanteil von Guggenheim Partners erhalten. Die Gespräche befänden sich noch in einem frühen Stadium, der Rückversicherer wollte den Bericht nicht kommentieren.

Die Münchener Rück hatte im vergangenen Jahr nach Naturkatastrophen milliardenhohe Schäden zu begleichen. Der Gewinn löste sich quasi in Luft auf . Zugleich leidet der Konzern wie andere Versicherer unter anhaltenden Niedrigzinsen und Preisdruck im Rückversicherungsgeschäft. "Den Abwärtstrend der letzten Jahre gilt es entschlossen zu stoppen und umzukehren", hatte Vorstandschef Joachim Wenning unlängst erklärt, er will Kosten sparen und den Konzern umbauen.

Dazu gehört auch, sich von weniger lukrativen Geschäften zu trennen. Erst am Mittwoch verkündete die Münchener Rück Börsen-Chart zeigen den Verkauf ihrer britischen Lebensversicherungssparte an den Wettbewerber American International Group.

Da niedrige Zinsen und vergleichsweise hohe Kosten die Performance der Meag belasten, könnte der Vermögens- und Investmentverwalter der Münchener Rück von der Guggenheim-Expertise profitieren und mehr Rendite für die Meag-Portfolien herausholen, nennt das Wall Street Journal einen weiteren Vorteil des möglichen Deals.

Guggenheim will durch Zukäufe weiter wachsen

Guggenheim ist in den vergangenen zehn Jahren schnell gewachsen und zählt zu den größeren Vermögensverwaltern in den USA. Seine Asset-Manager verwalten rund 305 Milliarden US-Dollar für Versicherungsgesellschaften, Pensionsfonds und andere Investoren. Das Unternehmen will außerhalb der USA wachsen und spreche daher auch mit anderen Finanzdienstleitern in Europa und Asien.

Guggenheim wolle sich durch Zukäufe und mit damit verbundenen Gebühreneinnahmen unabhängiger vom dem Gewinnmargendruck machen, die günstige börsengehandelte Fonds auf das Geschäft ausüben und sich immer größerer Popularität erfreuen, heißt es in dem Bericht.

Der Vermögensverwalter war vor knapp zwei Jahrzehnten in das Asset-Management-Geschäft eingestiegen, als es das Anlagegeschäft des Versicherers Sammons Enterprises übernahm. Mit Sammons als größten Anteilseigner wuchs Guggenheim rasant, zum Teil auch durch weitere Übernahmen von Versicherungsgesellschaften samt ihren Investmentabteilungen. Guggenheim hat sein Geschäft kontinuierlich ausgebaut, verwaltet Konten für Pensionseinrichtungen und anderen Institutionen, bietet Privatkunden aber auch eine Reihe von Investmentfonds.

Der Asset-Management-Zweig von Guggenheim wird geführt von Scott Minerd, der als ausgewiesener Experte und cleverer Investor in Anleihen und anderen festverzinslichen Wertpapieren gilt. Die Vermögenswerte der Sparte wuchsen in zehn Jahren von 35 Milliarden Dollar auf 250 Milliarden US-Dollar. Guggenheim war dem Bericht zufolge auch an Infrastruktur-Investmentsparte der Deutschen Bank interessiert. Die Gespräche endeten 2012 aber ohne Ergebnis.

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