Donnerstag, 30. Juni 2016

Krankenkassen fordern höhere Zuschüsse Krankenkassen befürchten Defizit durch Flüchtlinge

Viele Ärzte in Deutschland arbeiten ehrenamtlich für eine bessere Versorgung der Flüchtlinge

Etwa 1,1 Millionen neue Flüchtlinge haben im vergangenen Jahr Deutschland erreicht, und täglich kommen neue Flüchtlinge. Die Union ist wegen der Haltung der von Kanzlerin Angela Merkel in der Flüchtlingsfrage mittlerweile stark zerstritten. Auch die Regierungskoalition aus Union und SPD streitet in dieser Frage.

Denn jenseits wachsender Widerstände in Teilen der Bevölkerung stellt die Versorgung der Flüchtlinge die Kommunen vor enorme Herausforderungen. Sie brauchen nicht nur Wohnraum, an dem es insbesondere in Großstädten fehlt, sondern auch ausreichend medizinische Versorgung. Die kostet Geld, was der Bund finanziert und nicht zuletzt viele Ärzte durch ihre ehrenamtliche Arbeit.

Hier schlagen jetzt die gesetzlichen Krankenkassen Alarm. Ohne weitere Zuschüsse aus Steuergeldern drohe den Kassen ein hohes Defizit wegen des Flüchtlingszuzugs. Bereits in diesem Jahr werde eine Lücke von mehreren hundert Millionen Euro entstehen, weil der Bund für Flüchtlinge und andere Hartz-IV-Empfänger viel zu geringe Krankenkassenbeiträge überwiesen, schreibt die "Frankfurter Rundschau" (Mittwoch) unter Berufung auf eigene Recherchen. Im kommenden Jahre werde das Loch dann schon auf über eine Milliarde Euro anwachsen.

Dem Bericht zufolge werden Flüchtlinge im Sozialsystem nach einer Wartezeit von 15 Monaten normalen Arbeitnehmern gleich gestellt. Wenn sie arbeitslos sind, erhalten sie Hartz-IV-Leistungen. Sie haben Anspruch auf die vollen Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Die Kassenbeiträge zahlt der Bund. Bei Hartz-IV-Beziehern seien dies rund 90 Euro im Monat.

Die Zeitung räumt ein, dass noch verlässliche Zahlen fehlten, wie hoch die von Flüchtlingen verursachten Gesundheitskosten tatsächlich seien. Erste Erfahrungswerte aus Hamburg gingen aber von Kosten von 180 bis 200 Euro im Monat aus.

rei mit dpa

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