Samstag, 27. August 2016

Kassen erhöhen Zusatzbeitrag So stark steigt Ihr Krankenkassenbeitrag 2016

Kassen erhöhen Zusatzbeitrag: Experten befürchten, dass der Zusatzbeitrag bis 2020 im Schnitt auf 2 Prozent steigen könne. Der Kunde zahlt den Zusatzbeitrag allein.

Die allermeisten Krankenkassen in Deutschland erhöhen in diesen Tagen den Zusatzbeitrag. Inzwischen wird ein erheblicher Unterschied der Finanzlage einzelner Kassen erkennbar.

Der Verband der Ersatzkassen (VDEK) hat vor einem großen Anstieg der Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) gewarnt. Die von den Versicherten alleine zu tragenden Zusatzbeiträge würden bis zum Jahr 2020 auf 2 Prozent zulegen, wenn der Gesetzgeber nicht reagiere, sagte die Vorstandsvorsitzende des VDEK, Ulrike Elsner, der Deutschen Presse-Agentur. Damit lägen die Gesamtbeiträge zur Krankenversicherung bei 16,6 Prozent.

Welche Kasse erhöht wie stark? Ein ständig aktualisierter Überblick

Am Freitag werden die meisten Krankenkassen ihren Zusatzbeitrag für 2016 bekanntgeben. So hebt die DAK nach einem Beschluss des Verwaltungsrates ihren Beitragssatz im kommenden Jahr drastisch um 0,6 Prozentpunkte auf 16,1 Prozent an. Das teilte die mit 6,1 Millionen Versicherten drittgrößte gesetzliche Krankenkasse am Freitagmittag in Berlin mit. Für Mitglieder bedeutet das Zusatzkosten von bis zu 25 Euro im Monat.

Über dem von Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) prognostizierten durchschnittlichen Satz von 15,7 Prozent liegen nach Informationen der "FAZ" noch die IKK Classic, die Knappschaft, die AOK-Rheinland/Hamburg und die Ersatzkasse KKH.

Die derzeit größte Kasse, die Techniker Krankenkasse, will ihren Zusatzbeitrag um 0,2 Punkte anheben und läge dann bei einem Gesamtbeitrag von 15,6 Prozent. Auch bei der Nummer zwei, der Barmer GEK, geht der Beitrag um 0,2 Punkte nach oben und liegt dann bei 15,7 Prozent, wie deren Verwaltungsrat nun beschloss.

Für 2016 prognostizierte das Gesundheitsministerium einen Anstieg des durchschnittlichen Zusatzbeitrages um 0,2 Punkte, andere Schätzungen gehen von 0,3 Prozentpunkten aus.

Welche Kasse erhöht wie stark? Ein ständig aktualisierter Überblick

Elsner forderte, "dass die Zusatzbeitragsätze zukünftig auch von den Arbeitgebern mitfinanziert werden, und nicht mehr nur allein von den Versicherten." Es sei nicht zumutbar, dass die Versicherten alle künftigen Kostensteigerungen im Gesundheitswesen alleine bestreiten müssten. "Wir brauchen die gemeinsame Verantwortung."

Experten fordern, Arbeitgeber sollten Zusatzbeiträge mitfinanzieren

Zum 1. Januar 2015 war der feste Beitragssatz von 15,5 Prozent um 0,9 Punkte auf 14,6 Prozent gesenkt worden. Jeweils die Hälfte davon bestreiten Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Benötigen die Kassen mehr Geld, müssen sie einen zusätzlichen Beitrag selbst bestimmen, den allein die Arbeitnehmer zahlen müssen. Im ersten Jahr lag der durchschnittliche Zusatzbeitrag bei rund 0,9 Prozentpunkten.

Die Grünen verlangten ebenfalls die Rückkehr zur paritätischen Finanzierung. Die gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Maria Klein-Schmeink, sagte: "Die Beitragsbelastung der Versicherten ist damit so hoch wie nie zuvor in der Geschichte und es ist dabei kein Ende in Sicht. ... Alle Reformen dieses Jahres müssen allein aus den Zusatzbeiträgen der Versicherten getragen werden."

rei mit Material von dpa

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