Montag, 27. Juni 2016

Private Krankenversicherung Hunderttausende DKV-Kunden müssen mehr zahlen

DKV-Zentrale Köln

Die Mitglieder der zweitgrößten Privatkrankenversicherung Deutschlands müssen künftig deutlich mehr zahlen. Die DKV erhöht ihre Monatsbeiträge um bis zu 130 Euro.

Die private Krankenversicherung DKV erhöht zum April ihre Beiträge laut einem Zeitungsbericht um durchschnittlich 7,8 Prozent. Betroffen seien 59,2 Prozent der etwa 880.000 Vollversicherten, sagte eine DKV-Sprecherin dem "Tagesspiegel".

Die Steigerungen wurden demnach auf 129,90 Euro im Monat begrenzt, über 65-Jährige zahlen maximal 79,90 Euro mehr. Um einen stärkeren Anstieg der Beiträge zu verhindern, würden aus Rückstellungen 439 Millionen Euro eingesetzt, heißt es in dem Bericht.

Dennoch können Versicherte von der DKV Post bekommen, in der eine Beitragserhöhung von mehr als 129,90 Euro angekündigt wird. Denn die Deckelung bezieht sich laut DKV auf die Tarifbeiträge, die wie eine Art Grundbeitrag funktionieren.

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DKV-Sprecherin Sybille Schneider sagte "Spiegel Online", die Beitragserhöhung könne über 129,90 Euro liegen, wenn Versicherte etwa sogenannte Risikozuschläge zahlen müssen. Diese werden bei chronischen Erkrankungen fällig. Auch wenn weitere Zusatzversicherungen abgeschlossen wurden, kann die Beitragserhöhung höher ausfallen.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach wertete die Entwicklung bei der DKV im "Tagesspiegel" als Beleg dafür, dass es für private Krankenversicherungen jetzt "ans Eingemachte" gehe. Das Neugeschäft breche ein, die Niedrigzinsphase schmälere zunehmend auch die langfristigen Geldanlagen der Versicherer und die Kostendynamik sei "nach wie vor ungebrochen", so der Politiker.

Gut bezahlbar sei die PKV nur noch für Beamte. Für alle anderen sei die PKV "zum Risiko geworden". Von diesen Problemen seien alle Anbieter betroffen. Kurzfristige Maßnahmen seitens der Politik schloss der Gesundheitsexperte dennoch aus. Das Thema tauge nicht für Schnellschüsse, sagte er.

brk/mmq/rei/AFP

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