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08.01.2013
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Gekündigte Verträge
Allianz muss Millionen zurückzahlen

Von Lutz Reiche

Nachzahlung: Nach einem Gerichtsurteil muss die Allianz Lebensversicherte entschädigen. Verbraucherschützer kündigen weitere Klagen an
DPA

Nachzahlung: Nach einem Gerichtsurteil muss die Allianz Lebensversicherte entschädigen. Verbraucherschützer kündigen weitere Klagen an

Auch die Allianz muss ihre Lebensversicherungskunden für falsch abgerechnete Verträge entschädigen. 117 Millionen Euro hat sie dafür zurückgestellt. Die Ansprüche dürften viel höher sein. Doch der Konzern kalkuliert kühl mit der Trägheit der Versicherten.

Hamburg - Die Allianz hat jahrelang gekündigte oder beitragsfrei gestellte Lebensversicherungen zum Nachteil der Kunden abgerechnet und muss diese jetzt entschädigen. Dafür hat der Konzern 117 Millionen Euro zurückgestellt. Diese Summe dürfte vermutlich nur einen Bruchteil der Ansprüche abdecken, die betroffene Kunden tatsächlich haben und geltend machen können.

Der Branchenprimus hat beim Bundesgerichtshof (BGH) eine so genannte Nichtzulassungsbeschwerde zurückgezogen. Damit wird ein Urteil (Az. 2 U 138/10) des Oberlandesgerichts Stuttgart vom August 2011 rechtskräftig. Die Richter hatten die Klauseln zur Kündigung, Beitragsfreistellung und zum Stornoabzug, welche die Allianz Chart zeigen in ihren Lebens- und Rentenversicherungspolicen bis Ende 2007 verwendet hat, für unwirksam erklärt.

Demnach steht betroffenen Allianz-Kunden ein höherer Rückkaufswert beziehungsweise eine höhere beitragsfreie Versicherungssumme zu. Zudem muss die Allianz den Kunden in Rechnung gestellte Stornoabzüge erstatten.

Geklagt hat die Verbrauchzentrale Hamburg. Zuvor hatte der BGH in einer Serie von Urteilen entsprechende Klauseln der Signal Iduna, des Deutschen Ring, der Generali und der Ergo für unwirksam erklärt. Auch diese Urteile hatten die Hamburger erstritten. "Weitere Klagen gegen weitere Versicherer sind in Vorbereitung", kündigte der die Verbraucherschützer vertretende Anwalt Joachim Bluhm an.

"Weitere Klagen gegen weitere Versicherer in Vorbereitung"

"Wir fordern die Allianz auf, ihren Kunden das ihnen zustehende Geld unverzüglich zu erstatten. Kaputte Autos werden vom Hersteller zurückgerufen und kostenlos repariert. Für fehlerhafte Abrechnungen von Policen muss das Gleiche gelten", sagte Edda Castello von der Verbraucherzentrale Hamburg am Dienstag.

Da die Allianz nicht von sich aus auf die Kunden zugehen werde, sollten die Verbraucher ihre Ansprüche jetzt unverzüglich geltend machen, raten die Verbraucherschützerin und Anwalt Bluhm. Die Verbraucherzentrale stellt dazu auf ihrer Internetseite einen entsprechenden kostenpflichtigen Musterbrief bereit. In diesem müssen die Kunden nicht nur ihre Vertragsdaten angeben, sondern auch wie viel Geld ihnen die Allianz zurückgezahlt hat.

Die erstrittenen Urteile haben laut Castello Auswirkungen auf die gesamte Branche. Nach ihren Hochrechnungen und auf Basis einer Stichprobe von 3000 Fällen können betroffene Kunden im Schnitt mit einer Nachzahlung von 500 Euro rechnen. Im Einzelfall könnten die Ansprüche auch mehrere tausend Euro betragen. Bei schätzungsweise zehn bis zwölf Millionen betroffenen Verträgen könnten auf die Lebensversicherer Forderungen von bis zu sechs Milliarden Euro zukommen, rechnet Castello vor.

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