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28.12.2012
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Altersvorsorge
Die 50-Milliarden-Euro-Frage

Von Lutz Reiche

Weg ist das Geld: Nach einer Studie des Bamberger Finanzwissenschaftlers Andreas Oehler erleiden Vorsorgesparer jedes Jahr einen Schaden von 50 Milliarden Euro
Corbis

Weg ist das Geld: Nach einer Studie des Bamberger Finanzwissenschaftlers Andreas Oehler erleiden Vorsorgesparer jedes Jahr einen Schaden von 50 Milliarden Euro

3. Teil: Geschäftsmodell der Lebensversicherung nicht kostenlos

Die Organisation des Risikoausgleichs im Kollektiv und in der Zeit sowie die Übernahme des versicherungstechnischen Risikos sind nach herrschender Meinung aber Leistungen, die vergütet werden müssen. Das könne man nicht einfach ausblenden, kritisiert Weinmann und merkt spitzfindig an: "Vielleicht fällt aber dem Autor auch ein neues kostenloses Geschäftsmodell für die Lebensversicherung ein."

"Bemerkenswert" sei zudem, dass Oehler Stornoschäden mit den für die Jahre 2001 bis 2010 geltenden Zinssätzen für Bundeswertpapiere mit 3 Prozent hochrechnet. "Selbst wenn man der irrigen Annahme folgt, dass das Geschäftsmodell der Lebensversicherung nichts kosten darf: Angesichts der heute gezahlten Zinssätze für Bundeswertpapiere ist die Aussage von jährlichen Verlusten von mehr als 16 Milliarden irreführend, da der mit der Studie nicht vertraute Leser den für die Vergangenheit errechneten Wert auch für die Gegenwart und die Zukunft unterstellt", kritisiert der Wissenschaftler.

Kritisch beurteilt Weinmann auch das errechnete Schadenvolumen für den grauen Kapitalmarkt, das auf Angaben der Stiftung Warentest beruht. Dieser Anlageklasse, die laut Oehler mit 30 Milliarden Euro den größten Schaden unter Vorsorgesparern verursache, widmet der Bamberger gerade etwas mehr als ein halbe Seite seiner Studie. Die kolportierte Schadenssumme prüft der Wissenschaftler selbst nicht.

Weg in eine andere Vorsorgerepublik

"Mit Staunen stellt man aber fest, dass die offenen Immobilienfonds, die der Regelung durch das Investmentgesetz und der Aufsicht durch die Bafin unterliegen, in der Studie zu diesem Kapitalmarktsegment gezählt werden und von weiteren Milliardenschäden die Rede ist", moniert Weinmann.

Den anhaltenden Expertenstreit um die Altersvorsorge in Deutschland und auch die Berichte darüber beurteilt Weinmann mittlerweile durchaus (selbst)kritisch: Die Öffentlichkeit habe eine unvoreingenommene Berichterstattung verdient und nicht regelmäßig neue Studien zu den Vermögensschäden der Finanzberatung, sagt er. Nach einer Erklärung befragt, meint der Experte: "Sie ist möglicherweise ganz banal. Vielleicht wird einfach nur eine andere Vorsorgerepublik angestrebt."

Dabei macht der Wissenschaftler aus seiner Überzeugung keinen Hehl - sie ist Konsequenz aus der mehr als zehn Jahre währenden Erfahrung mit der geförderten Altersvorsorge in Deutschland. Dass einfache, kostengünstige Standardprodukte in der staatlich geförderten Altersvorsorge notwendig sind, wie sie die Bundestagsgrünen mittlerweile fordern, steht für Weinmann "außer Frage".

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