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17.12.2012
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Lebensversicherer
Vereine müssen "Big Player" nicht fürchten

Von Lutz Reiche

Betriebswirtschaftlich stark: Die Allianz erzielt für ihre Kunden noch ordentliche Renditen, aber auch sie senkt für 2013 die Überschussbeteiligung empfíndlich
DPA

Betriebswirtschaftlich stark: Die Allianz erzielt für ihre Kunden noch ordentliche Renditen, aber auch sie senkt für 2013 die Überschussbeteiligung empfíndlich

Viele Verbraucher schließen kurz vor der Unisex-Umstellung neue Lebensversicherungen ab. Die Wahl des Anbieters sollte aber gut überlegt sein: Bringen Versicherungsvereine mehr Leistung für ihre Kunden als Aktiengesellschaften, wie oft behauptet wird?

Hamburg - Viele Lebensversicherer werden ihren Kunden im Jahr 2013 weniger Zinsen gutschreiben, der Schritt hat sich abgezeichnet. Das Ausmaß allerdings überrascht Experten schon. So kappt der Marktführer Allianz die laufende Überschussbeteiligung um 0,4 Prozentpunkte, die Alte Leipziger um 0,5 und die Ergo gar um 0,6 Prozentpnkte. "Das ist heftig", sagt Analyst Manfred Poweleit.

Klar ist, die Ablaufleistungen der Verträge werden damit weiter sinken. Fällt die Verzinsung von 4,0 auf 3,6 Prozent wie etwa im Falle der Allianz, stehen einem Durchschnittskunden nach vier Jahrzehnten unter dem Strich 9100 Euro weniger für die Rente zur Verfügung, hat der Bund der Versicherten hochgerechnet - vorausgesetzt die Verzinsung bleibt konstant auf diesem Niveau. Viele Beobachter glauben dies nicht.

Das sind schlechte Nachrichten, und die Anbieter vermarkten sie so natürlich nicht. Vielmehr verweisen sie darauf, dass die Gesamtverzinsung, die Schlussüberschüsse zu Vertragsende einbezieht, höher ausfällt. So liegen die besten Anbieter im kommenden Jahr noch über 4 Prozent. Faktisch profitieren davon aber nur Policen, die 2013 auslaufen. Garantiert sind die kleinen Sahnehäubchen zum Vertragsschluss in Zukunft aber nicht. Im Branchenschnitt wird die 4 vor dem Komma kaum zu halten sein.

Dennoch: Trotz der seit Jahren fallenden Überschüsse bleibt die Lebensversicherung das meistverkaufte Vorsorgeprodukt in Deutschland. Und gerade die künftig verpflichtenden Unisex-Tarife bewegen offenbar aktuell viele Neukunden dazu, noch vor der Umstellung am 21. Dezember eine Lebens- oder Rentenversicherung zu alten Konditionen abzuschließen. Einzelne Anbieter berichten von einem wahren Antragsboom. Die Entscheidung will gut überlegt sein, bindet sie den Kunden doch über Jahrzehnte an ein Unternehmen.

Verbraucherschützer aber auch so mancher Vorstand selbst bringen da schnell die Rechtsform eines Lebensversicherers ins Spiel. Sie sehen den Kunden eines Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit (VVaG) gegenüber jenen der Aktiengesellschaft (AG) im Vorteil. Gehören die genossenschaftlich orientierten VVaG doch quasi den Versicherten und müssen den erwirtschafteten Gewinn nicht mit renditehungrigen Aktionären teilen.

Tatsächlich zählen die Ablaufleistungen der Policen mancher Vereine seit Jahren zu den besten der Branche. "Ein Garant für höhere Erträge und mehr Kundenfreundlichkeit ist die Rechtsform allein aber nicht", sagt Poweleit, Chef des Branchendienstes Map-Report. Es gebe auch deutlich schwächere VVaG unter den Anbietern.

Entscheidend sei, dass das Management den genossenschaftlichen Gedanken konsequent in die Praxis umsetze. Das gelinge aber offenbar zusehends weniger Versicherungsvereinen. Eine ganze Reihe von ihnen habe im vergangenen Jahrzehnt deshalb und zur besseren Kapitalbeschaffung die Rechtsform geändert und damit die Gegenseitigkeit aufgegeben, sagt Poweleit.

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