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11.11.2012
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Falsche Zinsversprechen
Bundesbürger verschmähen Lebensversicherungen

Nicht mehr attraktiv: Die Deutschen machen einen Bogen um Lebensversicherungen
DDP

Nicht mehr attraktiv: Die Deutschen machen einen Bogen um Lebensversicherungen

Die Deutschen verlieren das Vertrauen in die Lebensversicherung. Mehr als zwei Drittel der Bundesbürger würden laut einer Umfrage heute nicht mehr ein solches Finanzprodukt abschließen. Zuletzt hatte es zahlreiche Berichte über Schieflagen nicht eingehaltene Zinsversprechen gegeben.

Berlin - Berichte über drohende Schieflagen und nicht eingelöste Zinsversprechen haben das Vertrauen der Deutschen in die Lebensversicherung erschüttert. Nach einer Emnid-Umfrage im Auftrag der "Bild am Sonntag" würden 69 Prozent der Bundesbürger heute keine solche Versicherung mehr abschließen.

Auch bei der Frage, ob Versicherungskonzerne die einst zugesagten Leistungen bei Lebensversicherungen in voller Höhe ausbezahlen werden, sind die Deutschen skeptisch: 66 Prozent glauben demnach nicht an eine Auszahlung in voller Höhe.

Niedrigzinsen im Zuge der Banken- und Staatsschuldenkrise machen den Lebensversicherern zu schaffen. Zuletzt hatten die betroffenen Konzerne aber die Berichte über drohende Probleme und Konsequenzen für die Versicherten zurückgewiesen.

Versicherungswirtschaft wehrt sich

"Die Meldung, dass immer mehr Lebensversicherer den Garantiezins nicht mehr in voller Höhe zahlen können, ist falsch", hatte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) am Donnerstag in Berlin erklärt. "Die deutsche Lebensversicherung ist sicher."

Die anhaltenden Niedrigzinsen seien zwar eine große Herausforderung. Für Alarmismus bestehe aber kein Grund. Auch die Bundesregierung sorgt sich um die Stabilität der Branche und schließt die Schieflage einzelner Anbieter nicht aus.

Derzeit müssen Lebensversicherer Neukunden über die Laufzeit eines Vertrages einen Garantiezins von 1,75 Prozent gewähren. Bei Altverträgen sind es 4 Prozent. Die Tendenz ist seit Jahren sinkend. Zugleich sind die Anbieter verpflichtet, Kundengelder in besonders sicheren Anlagen wie Bundesanleihen zu investieren. Seit Monaten werfen aber Schuldtitel des Bundes weniger ab als die Preissteigerungsrate.

nis/dpa

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