Montag, 11. Dezember 2017

Altersvorsorge Riester-Boom vorbei, viele Verträge ruhen

Das Rentenniveau sinkt: Die Bereitschaft zur privaten Altersvorsorge aber auch, zeigen jüngste Umfragen

Versicherer und Banken verkaufen immer weniger Riester-Renten. Der Boom der vergangenen Jahre ist vorbei. Ein Grund: Die Skepsis der Verbraucher nimmt zu. Sie zahlen in fast ein Fünftel der Verträge kein Geld mehr ein.

Berlin - Der Boom bei der staatlich geförderten Riester-Rente ist vorbei. Im gesamten ersten Halbjahr 2012 wurden nur noch 200 000 Neuverträge abgeschlossen. In den Vorjahren waren es regelmäßig eine Millionen Verträge oder mehr pro Jahr. Eine Zulage erhielten Ende 2009 rund 9,6 Millionen Riester-Sparer. Diese Zahlen gehen aus dem bislang unveröffentlichten Altersvorsorgebericht der Bundesregierung hervor, der der Deutschen Presse-Agentur dpa in Berlin vorliegt. Zuerst hatte darüber die "Bild"-Zeitung (Mittwoch) berichtet.

Die Gründe für das abgeflaute Interesse an der Riester-Rente vermutet der Bericht in der aktuellen Finanzmarktkrise, "die zu einer zunehmenden, grundsätzlichen Skepsis gegenüber kapitalgedeckten Altersvorsorgesystemen (...) geführt haben dürfte". Auch die "Negativberichterstattung über die Riester-Rente in vielen Medien" habe offensichtlich dazu beigetragen.

Der durchschnittliche Riester-Sparbetrag einschließlich Zulagen lag 2009 bei jährlich 843 Euro je Zulagenempfänger. Angespart wurden in jenem Jahr insgesamt rund 8,1 Milliarden Euro. An Zulagen wurden 2,4 Milliarden bezahlt. Fast ein Fünftel der Riester-Sparer zahlte für die Altersvorsorge jedoch nicht mehr ein: Laut Bericht waren im Jahr 2010 schätzungsweise 18,5 Prozent der Riester-Verträge "ruhend gestellt".

rei/dpa

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