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17.09.2012
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Ranking
Die besten Lebensversicherer setzen sich ab

Von Lutz Reiche

Allianz-Konzern: Ein Lebensversicherer muss betriebswirtschaftlich erfolgreich sein. Für den Kunden mit entscheidend ist aber auch, wie stark er ihn an den erwirtschafteten Überschüssen beteiligt
DPA

Allianz-Konzern: Ein Lebensversicherer muss betriebswirtschaftlich erfolgreich sein. Für den Kunden mit entscheidend ist aber auch, wie stark er ihn an den erwirtschafteten Überschüssen beteiligt

In Zeiten niedrigster Zinsen müssen Verbraucher bei der Wahl eines Lebensversicherers genau hinsehen. Denn die Kluft zwischen starken und schwächeren Anbietern wächst. Unternehmenserfolg und Teilhabe daran sollten die Auswahl bestimmen.

Hamburg - Gute Lebensversicherer sind betriebswirtschaftlich erfolgreich. Sie verdienen möglichst viel Geld am Kapitalmarkt, haben geringe Kosten und beteiligen ihre Kunden in hohem Maße am Unternehmenserfolg, ist Hermann Weinmann überzeugt. Der Versicherungswissenschaftler der FH Ludwigshafen hat die Bilanzen der am Beitragsaufkommen zwölf größten Anbieter analysiert und die Unternehmen einem Ranking unterworfen.

Legt man diese Maßstäbe zugrunde, geht die Schere zwischen den betriebswirtschaftlich stärkeren und schwächeren Lebensversicherern weiter auseinander. "Die Spreu trennt sich vom Weizen", stellt Weinmann fest.

Als betriebswirtschaftlich erfolgreich gilt ein Lebensversicherer, wenn die Nettorendite seiner Kapitalanlagen möglichst hoch und seine Abschluss- und Verwaltungskostenquote möglichst niedrig sind. Zugleich sollte der Anbieter in schlechten Kapitalmarktzeiten durch die Auflösung von Reserven in der Lage sein, die Ausschüttung an die Kunden möglichst konstant zu halten.

Aus Kundensicht ist mit entscheidend, wie stark ein Anbieter ihn am Erfolg - konkret am Rohüberschuss als Summe aller Gewinne - beteiligt. Beides, Erfolg und Teilhabe daran, verknüpft Weinmann in einem "Verbraucherergebnis". Dafür multipliziert er die betriebswirtschaftliche Gesamtpunktzahl (maximal 1000) mit der Beteiligungsquote und verdichtet das Resultat in einer griffigen "Verbrauchernote".

Beteiligungsquote am Gewinn ist allein nicht entscheidend

Die Allianz beteiligt ihre Kunden (siehe Tabelle) zu 81 Prozent an einem betriebswirtschaftlich starken Ergebnis (900 Punkte). Der Konzern erzielt damit im "Verbraucherergebnis" 727 Punkte und den Spitzenplatz vor den Wettbewerbern Bayern-Versicherung, R+V Leben und Debeka. Diese vier Anbieter bilden auch in der Dreijahresbetrachtung (siehe Tabelle am Textende) das Spitzenquartett, das sich vom Rest beträchtlich absetzt. Erheblichen "Nachholbedarf" sieht der Wissenschaftler dagegen bei Ergo Leben, Generali Leben und AachenMünchener Leben.

Weinmann will mit diesem Modell, dass er 2011 erstmals vorstellte, die Versicherten stärker für die Leistungsfähigkeit eines Anbieters und die Teilhabe der Kunden daran sensibilisieren. "Für den Kunden kann eine hohe Beteiligung an wenig Gewinn nämlich durchaus schlechter sein, als eine niedrigere Beteiligung an viel Gewinn", sagt der Experte. So beteiligt die AachenMünchener ihre Versicherten zwar zu 98 Prozent am betriebswirtschaftlichen Ergebnis, das fällt allerdings schlecht (200 Punkte) aus. Im Ranking bringt das der Tochter der Generali Deutschland den letzten Platz ein.

Ranking der zwölf größten Lebensversicherer 2011

Rang (Vorjahr) Gesellschaft Betriebs-wirtschaftlicher Erfolg (Punkte) Verbraucher-Ergebnis (Punkte) Verbrauchernote
1 (2) Allianz Leben 900 727 1,3 sehr gut
2 (4) Bayern-Versicherung 800 694 1,7 gut
3 (1) R+V Leben 750 675 1,7
4 (3) Debeka Leben 650 572 2,0
5 (8) Axa Leben 450 378 3,0 befriedigend
6 (5) Württembergische Leben 500 373 3,0
7 (-) HDI-Gerling Leben 350 339 3,3
8 (-) Nürnberger Leben 350 313 3,3
9 (9) Zurich Deutscher Herold 350 306 3,3
10 (7) Ergo Leben 300 272 3,7 ausreichend
11 (10) Generali Leben 250 245 3,7
12 (6) AachenMünchener Leben 200 180 4,0
Quelle: Hermann Weinmann, Hochschule Ludwigshafen (FH)
Kriterien betriebswirtschaftlicher Erfolg: Nettoverzinsung Kapitalanlagen, Abschlusskosten, Verwaltungskosten, Bewertungsreserven, Überschuss-Reservefaktor (maximal 1000 Punkte).
Verbraucherergebnis: Punktzahl betriebswirtschaftlicher Erfolg x Beteiligungsquote der Versicherten am Gewinn (Rohüberschuss). Im Vorjahr nahmen lediglich zehn Unternehmen an dem Ranking teil.

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