12.09.2012
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Niedrigzinsen
Weniger Überschuss für Lebensversicherte

Von Lutz Reiche

Abwärts: Die laufende Überschussbeteiligung der Lebensversicherer ist in diesem Jahr um rund 0,4 Prozentpunkte auf 3,9 Prozent im Schnitt gefallen. Die Branche rechnet für 2013 mit weiter fallenden Überschüssen
Corbis

Abwärts: Die laufende Überschussbeteiligung der Lebensversicherer ist in diesem Jahr um rund 0,4 Prozentpunkte auf 3,9 Prozent im Schnitt gefallen. Die Branche rechnet für 2013 mit weiter fallenden Überschüssen

Die Renditen deutscher Staatsanleihen sind zuletzt deutlich gestiegen. Da Lebensversicherer viel Geld in festverzinsliche deutsche Papiere anlegen, keimt Hoffnung auf. Doch die Überschussbeteiligung wird nicht steigen - im Gegenteil.

Hamburg - Wir können es schon seit einigen Wochen beobachten: Die Renditen deutscher Staatsanleihen berappeln sich, die der Euro-Krisenländer fallen. Seit ihrem historischen Tief Ende Juli ist die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe zwischenzeitlich um rund 50 Punkte auf mehr als 1,6 Prozent gestiegen.

Manche Beobachter feiern die deutschen Sparer deshalb bereits als Gewinner der EZB-Krisenpolitik. Langfristige Sparzinsen, die sich eher an langfristigen Anleihezinsen orientieren, könnten steigen. Auch Lebensversicherer und Pensionskassen, die stark in deutsche festverzinsliche Papiere investieren, würden profitieren, heißt es.

Mehr als eine vage Hoffnung ist das wohl nicht. Lebensversicherte in Deutschland sollten jedenfalls nicht auf steigende Überschüsse im kommenden Jahr setzen. Im Gegenteil: Schon jetzt lässt sich mit großer Wahrscheinlichkeit sgen, dass die Gutschrift auf den Sparanteil der Prämie weiter sinken wird.

Das hat verschiedene Gründe: Derzeit reicht die Rendite der Rentenportfolien von Pensionskassen und Lebensversicherern gerade so aus, um die aktuelle Überschussbeteiligung von 3,9 Prozent im Marktschnitt zu erwirtschaften. Dabei profitieren die Unternehmen von älteren, höher verzinsten Papieren im Bestand. Bei der Neuanlage sind diese Renditen mit sicheren deutschen Staatspapieren nicht mehr zu erzielen.

Hohe Garantien: Versicherer müssen weitere Milliarden zurückstellen

Steigende Renditen haben auch eine Kehrseite, denn spiegelbildlich dazu fallen die Kurse der Anleihen. Das heißt, die Lebensversicherer könnten auf ihre deutschen Papiere bedeutende Marktwertverluste erleiden, was den möglichen Gesamtertrag empfindlich schmälert.

Zudem werden viele Lebensversicherer in diesem Jahr erneut die gesetzlich vorgeschriebene Zinszusatzreserve bilden müssen, um die hohen Garantieansprüche älterer Verträge von 4 Prozent erfüllen zu können. Die Rückstellungen dafür könnten sich auf bis zu fünf Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr mehr als verdreifachen, schätzen die Experten der Ratingagentur Assekurata. Überschüsse, die zur Garantiesicherung benötigt werden, stehen für die nächste laufende Überschussbeteiligung nicht zur Verfügung.

Zwar erwarten die Lebensversicherer auf Sicht von drei Jahren tendenziell leicht steigende Marktzinsen. Die Branche macht ihren Kunden aber keine Hoffnung auf steigende Überschussbeteiligungen, wie eine gemeinsame Studie der Unternehmensberatung Deloitte, des Lebensrückversicherers RGA und des Leipziger Instituts für Versicherungswissenschaften (IfVW) zeigt. Das Gegenteil ist der Fall.

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