Freitag, 28. August 2015

Allensbach-Umfrage Konsum schlägt Vorsorge

Bedenkenswert: Jeder zweite hat kein Interesse an Altersvorsorge

Das Interesse der Deutschen an der Altersvorsorge und Riester-Rente ist drastisch gefallen. Die Menschen geben ihr Geld lieber für andere Dinge aus. Sie begründen dies vor allem mit den unsicheren Perspektiven durch die Euro-Krise. Eine fatale Entwicklung, meinen Experten.

Berlin - Die millionenschweren Kampagnen der deutschen Versicherungswirtschaft in der Vergangenheit bleiben ohne Wirkung. Das Interesse der Deutschen an der privaten Altersvorsorge geht unaufhaltsam zurück. Immer weniger Menschen sind willens, überhaupt noch Geld für die Policen der Assekuranz auszugeben. Zugleich misstrauen immer mehr Deutsche der Riester-Rente. Das ist die zentrale Botschaft einer repräsentativen Umfrage des Allensbach-Instituts für den Gesamtverband Deutsche Versicherungswirtschaft (GDV), die der GDV am Donnerstag vorgestellt hat.

Demnach interessiert sich aktuell nahezu die Hälfte (48 Prozent) der Bürger überhaupt nicht mehr für das Thema Altersvorsorge. Vor zwölf Jahren zeigte nur ein Drittel Desinteresse. 60 Prozent der Befragten räumen ein, sich seit drei Jahren "keine ernsthaften Gedanken" mehr über ihren Lebensstandard im Alter gemacht zu haben.

Im Osten Deutschlands ist das Interesse besonders gering

Besonders im Osten Deutschlands ist das Desinteresse an einer finanziellen Absicherung für das Alter stark ausgeprägt. In Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt ist die private Altersvorsorge für 70 Prozent der Bevölkerung kein Thema mehr, in Thüringen und Sachsen bei gut zwei Dritteln. Das signifikant niedrigere Interesse im Osten führt Allensbach-Geschäftsführerin Renate Köcher auch auf die grundsätzlich geringeren finanziellen Ressourcen der Bürger in den neuen Bundesländern zurück.

Dennoch ist dieser Befund ist insofern bemerkenswert, als 40 Prozent der Bundesbürger, die noch nicht im Rentenalter sind, ihre Altersvorsorge für unzureichend halten. Demnach erwarten diese Menschen im Alter für sich selbst eine Rentenlücke von durchschnittlich rund 600 Euro monatlich.

Gleichwohl wollen immer weniger Menschen Geld für die private Altersvorsorge ausgeben: Vor zehn Jahren war das Thema immerhin noch für 45 Prozent der Bundesbürger so wichtig, dass sie bereit waren, finanziell vorzusorgen. Mittlerweile ist ihr Anteil auf 24 Prozent geschrumpft und hat sich damit nahezu halbiert.

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