Sonntag, 22. Juli 2018

Rentenversicherung Was aus 50.000 Euro wird

50.000 Euro: Einmalig eingezahlt in eine Sofortrente, hat dieser Betrag bei den besten Anbietern seit 1992 rund 100.000 Euro Rente abgeworfen

Immer mehr solvente Kunden investieren einmalig einen hohen Geldbetrag in eine private Rentenversicherung. Auch wenn "Reichenpolicen" zusehends weniger abwerfen, sind sie steuerlich doch interessant. manager magazin sagt, worauf Sie beim Kauf achten sollten.

Hamburg - 50.000 Euro sind eine Menge Geld. Damit lässt sich mancher Wunsch erfüllen: die Weltreise mit dem Partner, der neue sportliche Zweisitzer, der Ausbau des Eigenheims ... Immer mehr Menschen aber, vor allem ältere, investieren einen größeren Betrag einmalig in eine private Rentenversicherung, um im Alter finanziell besser abgesichert zu sein. Das ist nicht die schlechteste Entscheidung. Denn faktisch gehen die meisten Deutschen früher in Rente: Frauen derzeit im Schnitt mit 60,5 Jahren, Männer mit 61,8 Jahren - ihre gesetzliche Rente fällt damit niedriger aus, eine lebenslang gezahlte Privatrente könnte diese Einbußen kompensieren.

Da die privaten Rentenversicherer wegen ihrer konservativen Anlagepolitik am Tropf des Anleihemarktes hängen und die Rendite dieser Papiere bekanntlich unter der jahrelangen Niedrigzinspolitik leidet, werfen private Rentenpolicen aber zusehends weniger ab, wie die jüngste Analyse des Branchendienstes Map-Report zeigt. "Private Vorsorge wird durch Niedrigzinsen immer schwieriger", sagt Map-Report-Chef Manfred Poweleit.

Die Auszahlungen der Anbieter leiden zugleich unter der steigenden Lebenserwartung der Bevölkerung. Das heißt: Je älter die Menschen werden, desto länger müssen die Lebensversicherer zahlen und desto vorsichtiger kalkulieren sie die Policen. Beides drückt auf lange Sicht die monatlich gewährten Privatrenten empfindlich.

Monatsrenten sind beträchtlich gefallen

Wer zum Beispiel 1992 exakt 50.000 Euro in eine sofort beginnende Rentenversicherung investiert hat, dem überweisen die Anbieter laut Map-Report aktuell im Schnitt eine Monatsrente von 374 Euro, beste Anbieter liegen bis zu 100 Euro darüber. Die besten der Branche haben damit ihren Kunden bislang insgesamt rund 102.000 Euro Rente überwiesen (siehe "Die besten Rentenversicherer" am Ende des Textes). Doch für später abgeschlossene Verträge sieht die Rechnung laut Map-Report schon ganz anders aus. Wer eine Rentenpolice im Jahr 1997 bei gleichem Einmalbetrag abgeschlossen hat, erhält monatlich 316 Euro ausgezahlt. Ein im Jahr 2002 geschlossener Vertrag wirft derzeit im Schnitt nur noch 285 Euro Monatsrente ab.

Private Vorsorge, die das politisch gewollte niedrigere Niveau der gesetzlichen Rente eigentlich kompensieren soll, kann die Versorgungslücke also zusehends nicht mehr schließen. Wer dieses Ziel dennoch verfolgt, wird möglichst bis zum gesetzlichen Renteneintrittsalter arbeiten, um keine Einbußen bei der Rente hinzunehmen. Zugleich sollte der Vorsorgesparer versuchen, mehr Geld für den Kauf einer Police anzusparen, um damit dem Zinsdruck der Märkte und dem Druck der demografischen Entwicklung zu entgehen.

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