"Das sind Panikverkäufe", sagte Keith Springer von Capital Financial Advisory Services. "Es herrscht ein Unbehagen, das anscheinend von Tag zu Tag schlimmer wird, weil die Angst vor Ansteckung zunimmt", sagte Craig Peckham, Stratege bei Jefferies & Company. Die EZB erklärte sich nicht bereit, Hellas-Anleihen zu kaufen - darüber habe man nicht einmal diskutiert, sagte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet. Verstärkt wurde der Abwärtstrend von enttäuschenden Einzelhandelszahlen.
Die Aktie von Freddie Mac
fiel nach Vorlage der Quartalszahlen 6,3 Prozent. Der verstaatlichte Hypothekenfinanzierer erweist sich für die US-Regierung als Fass ohne Boden. Das Unternehmen bat am Mittwoch nach einem neuen Milliardenverlust um eine weitere Finanzspritze von 10,6 Milliarden Dollar und warnte gleichzeitig, wegen der Flaute am Immobilienmarkt in Zukunft weitere Hilfen zu benötigen.
Die NYSE und Nasdaq kündigten jetzt an, dass alle Transaktionen mit Aktien, die zwischen 14.40 und 15 Uhr (Ortszeit) mehr als 60 Prozent verloren hatten, zurückgenommen werden sollen. An der Technologiebörse Nasdaq sind davon mehrere hundert Titel betroffen. Börsianer sorgen sich nach dem wilden Kursverlauf um den Ruf des Börsenplatzes. "Das hat nichts mehr mit Werten zu tun, das ist ein Witz", ereiferte sich Börsenexperte Joseph Saluzzi von Themis Trading. "Das ist der Markt der Vereinigten Staaten von Amerika, das ist nicht Kasachstan oder so."
Nach den starken Verlusten der Wall Street verzeichnete auch die Tokioter Börse am Freitag deutliche Verluste. Anhaltende Sorgen um eine Ausbreitung der griechischen Schuldenkrise sorgten für Pessimismus unter Händlern. Besonders Exportwerte gaben nach. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index
lag im Verlauf 3,8 Prozent tiefer bei 10.286 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index
sank um 3,4 Prozent auf 924 Punkte. Griechenland erinnere Investoren an die Folgen des Kollapses der US-Investmentbank Lehman Brothers, sagte Kazuhiro Takahashi von Daiwa Securities Capital Markets. Der Zusammenbruch beschleunigte die weltweite Finanzkrise.
manager magazin mit Material von dpa-afx und reuters
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