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02.05.2010
 

Wochenausblick

"Griechenland beherrscht den Markt"

Auch nach der Einigung über ein Rettungspaket für Griechenland blicken die Anleger weiter mit Sorge nach Athen. Trotz guter Konjunktur- und Unternehmensdaten könnte die Unsicherheit über Hellas den Dax weiter belasten.

Frankfurt am Main - Ohne eine Lösung für die griechische Finanzmisere bestehen nach Einschätzung von Experten in der neuen Woche kaum Chancen für steigenden Kurse am Aktienmarkt. "Griechenland wird den Markt weiter beherrschen. Dadurch werden gute Konjunkturdaten überlagert, die ansonsten für steigende Kurse sorgen können", sagte Jörg Rahn, Chief Investment Officer bei Marcard, Stein & Co.

Damit dürfte der Dax Chart zeigen wohl weiter zwischen 6000 und 6300 Zählern pendeln - einer Spanne, der der deutsche Leitindex schon seit einer Weile treu ist. In der abgelaufenen Woche hat der Dax eine Berg- und Talfahrt hinter sich gebracht, unter dem Strich steht allerdings ein Minus von rund 2 Prozent. Der Index schloss den Freitagshandel mit 6135 Punkten.

Zum Wochenschluss hatte sich am Markt die Hoffnung ausgebreitet, dass die Politik die Krise in den Griff bekommt. Am Wochenende einigte sich das Land mit EU und IWF auf ein Hilfspaket. "Die Politik hat kein Interesse daran, erneut Volatilität in eine beruhigte Situation zu bringen", sagte NordLB-Aktienstratege Tobias Basse. Alle Probleme sind aber noch längst nicht ausgeräumt.

Sorgen an der Athener Börse: Gibt es eine Umschuldung, wie reagiert die Bevölkerung, wie steht es um die griechischen Banken?
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AFP

Sorgen an der Athener Börse: Gibt es eine Umschuldung, wie reagiert die Bevölkerung, wie steht es um die griechischen Banken?

Rahn sieht drei Quellen der Unsicherheit: die Ausgestaltung des Paketes insbesondere in Bezug auf die Beteiligung der Banken, die Reaktion der griechischen Bevölkerung und der Zustand der Banken des hoch verschuldeten Landes. "Kommt es aber zu einer Lösung, dann wird man auf Konjunkturdaten und die extrem guten Unternehmenszahlen schauen, die im Moment so gut wie lange nicht mehr sind."

In diesem Fall könnte der Fokus vom Mittelmeer über den Atlantik auf die US-Wirtschaft fallen. Als wichtiger Indikator für die Entwicklung der weltgrößten Volkswirtschaft gelten der ISM-Einkaufsmanagerindex für die Industrie (Montag) und sein Pendant für Dienstleistungssektor (Mittwoch). Nach Einschätzung von Postbank-Volkswirt Thilo Heidrich befindet sich der Indikator für die Industrie schon auf hohem Niveau, während das Dienstleistungs-Barometer noch Anstiegspotenzial besitzt. Am Freitag steht dann der US-Arbeitsmarktbericht für April auf der Tagesordnung.

"Die US-Notenbank wird sicher nicht an der Zinsschraube drehen, bevor wir keine positiven Daten vom US-Arbeitsmarkt sehen", sagte Basse. "Der US-Arbeitsmarkt dürfte sicher von der wirtschaftlichen Erholung profitieren, was gut für die Aktienmärkte ist. Sind die Zahlen aber zu gut, könnten Spekulationen über steigende US-Zinsen aufkommen, was die Aktienkurse bremsen würde."

Für die Ratssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag in Lissabon werden von Analysten vor allem Aussagen zur Lage in Griechenland und anderen hoch verschuldeten Staaten der Euro-Zone erwartet. "Die Geldpolitik wird dabei nur eine Nebenrolle einnehmen. Mit einer Leitzinsanhebung ist trotz vermehrter Anzeichen, dass sich die Konjunktur im Euroraum weiter erholt, nicht zu rechnen", sagt Heidrich.

Zudem wird die Bilanzsaison die Anleger weiter beschäftigen, wobei Nachrichten aus der Finanzbranche und der Autoindustrie im Blickpunkt stehen. Am Donnerstag legt die Commerzbank Chart zeigen ihre Bilanz vor, bereits am Mittwoch veröffentlicht die französische Großbank Société Générale Chart zeigen Quartalszahlen und der Versicherer Allianz Chart zeigen lädt zur Hauptversammlung. Ebenfalls für Mittwoch werden Geschäftszahlen von BMW Chart zeigen erwartet. Unicredit-Analyst Georg Stürzer erwartet "ein klar positives operatives Ergebnis im Autobereich" nach dem Anstieg der Verkaufszahlen. Zu Wochenbeginn werden die Autohersteller zudem ihre US-Absatzzahlen für April vorlegen.

Von Stefan Schaaf, reuters

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