Hamburg - Die überraschende Milliardenhilfe für das finanziell klamme Emirat Dubai hat am Montag die entscheidenden Impulse am Rohstoffmarkt gegeben. Erleichterte Investoren fragten daraufhin mehr Industriemetalle nach, die seit neun Tagen anhaltende Talfahrt beim Ölpreis verlangsamte sich. Mutigere Anleger ließen den Dollar links liegen und sorgten damit für einen Anstieg des Goldpreises.
Abu Dhabi hatte überraschend angekündigt, seinen Nachbarn Dubai mit zehn Milliarden Dollar zu stützen. Damit könne der hochverschuldete Staatskonzern Dubai World einen am Montag fälligen islamischen Bond in Höhe von 4,1 Milliarden Dollar zurückzahlen, hieß es aus Dubai. Dubai World hatte Ende November um einen sechsmonatigen Zahlungsaufschub für insgesamt 26 Milliarden Dollar Schulden gebeten und damit an den Märkten weltweit Furcht vor einer zweiten Welle der Finanzkrise ausgelöst.
Ein Fass der US-Ölsorte WTI verbilligte sich um knapp vierzig Cent auf 69,49 Dollar. Die Nordseesorte Brent
war dagegen 22 Cent teurer und kostete 72,10 Dollar.
Für die große Differenzen zwischen dem WTI und dem Brent-Preis werden von Händlern die hohen Lagerbestände in Cushing, dem Haupthandelspunkt von WTI, verantwortlich gemacht. Zudem drohe der Verlust von WTI als weltweit führende Benchmark für den Ölmarkt. Saudi-Arabien hatte in der vergangenen Woche bekanntgegeben, ab Januar den Argus Sour Crude Index als Grundlage für die Preisberechnung mit den USA zu verwenden. Die Spekulationen gegen WTI-Öl dürften daher anhalten, erwarten Händler.
Beobachter gehen davon aus, dass der WTI-Ölpreis noch weiter unter die Marke von 70 Dollar fallen könnte, da der nächste technische Widerstand sich erst bei 65 US-Dollar befindet. Zudem dürften Befürchtungen über eine verhaltene weltwirtschaftliche Erholung und hohe Rohöllagerbestände in den USA die Ölpreise weiter belasten.
Im Gegensatz zu Öl gab es bei Gold
eine klare Tendenz. Das Edelmetall verteuerte sich um knapp fünf Dollar auf 1119 Dollar. Der Preis habe sich im vergangenen Monat gegenüber den meisten wichtigen Währungen beeindruckend entwickelt, stellte Stefan Keitel, Global Chief Investment Officer der Credit Suisse, fest. "Angesichts der besseren Liquiditätslage im Markt und der breit abgestützten gesamtwirtschaftlichen Erholung dürfte der
Weg für einen langfristigen Aufwärtstrend dieser Anlageklasse frei sein."
Kupfer verteuerte sich in der Hoffnung auf eine steigende Nachfrage zeitweise um 92 Dollar auf 6927 Dollar je Tonne. Händler erwarteten allerdings nur eine kurzzeitige Rally, da der Preis bereits stark gestiegen ist. Sie rechneten damit, dass Anleger nun vermehrt Kasse machen könnten. Am Nachmittag wurde für die Tonne des Industriemetalls zu 6880 Dollar gehandelt.
Der Preis für Aluminium durchbrach die Marke von 2300 Dollar und stieg auf den höchsten Stand seit 14 Monaten.
manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa-afx
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