Frankfurt am Main - Dieser Börsentag war nichts für zarte Gemüter. Kursschwankungen von 10 Prozent bei einzlnen Aktien und mehr sind keine Seltenheit, und so erspart auch der Dax
den Investoren heute nichts. Zu Beginn des Handelstages notierte der wichtigste Frankfurter Aktienindex zeitweise mehr als 5 Prozent im Minus, um dann am Mittag, kurz nach einer kräftigen Zinssenkung der amerikanischen Notenbank, in der Gewinnzone zu landen - kurzzeitig. Zum Handelsschluss stand ein Minus von 0,31 Prozent und 6769,47 Punkte zu Buche.
Besser allerdings zogen sich bereits die beiden weiteren bedeutenden Frankfurter Börsenbarometer aus der Affäre. Der MDax
Die heftigen Dax-Schwankungen, der am Dienstag mit 6420 Punkten zeitweise auf den tiefsten Stand seit Dezember 2006 gesackt war, werden wohl nicht ohne Folgen bleiben, fürchten Börsianer: Viele institutionelle Anleger dürften ihre Aktienpositionen verringen, meinen sie. "Die Vermögensverwalter nehmen die Aktienquote herunter und gehen in Cash-Anlagen", sagte Marktanalyst Heino Ruland vom Beraterhaus Frankfurt-Finanz. Die Münchener Rück
hat ihren Aktienbestand nach Angaben von Finanzvorstand Jörg Schneider schon auf rund 10 Prozentgesenkt. Vor einigen Jahren seien es noch mehr als 30 Prozent gewesen.
Der Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB), Jürgen Stark, rechnet dann auch damit, dass sich die Korrektur an den Aktienmärkten noch eine Weile fortsetzen könnte. Ein Großteil der Hypotheken in den USA werde in diesem Jahr fällig und neu zu finanzieren sein. "Dieser Prozess wird noch eine Weile dauern", sagte Stark am Dienstag im Deutschlandfunk. Der Volkswirt ist Mitglied des EZB-Direktoriums.
Zu den größten Gewinnern im Dax
gehörten heute ausgerechnet die Finanzwerte: Die Aktien der Hypo Real Estate
beispielsweise verteuerten sich um 6,67 Prozent auf 19,18 Euro; die Papiere waren in den vergangenen Tagen bis auf 16,22 Euro zusammengesackt und hatten damit mehr als die Hälfte ihres Jahresendwertes 2007 verloren. Darüber hinaus zog heute der Kurs der Commerzbank-Aktien
um 5,43 Prozent auf 19,99 Euro an. Und die Anteilsscheine der Deutschen Bank
gewannen 3,99 Prozent auf 75,59 Euro.
© manager magazin Online 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH