Frankfurt am Main - Angeführt von Kursgewinnen des Einzelhandelskonzerns Metro
ist der Dax
zu Wochenbeginn auf den höchsten Stand seit Juni 2001 gestiegen. Der Leitindex legte am Montag in der Spitze um 0,6 Prozent auf 6153 Punkte zu und setzte damit seinen Aufwärtstrend der vergangenen beiden Handelstage fort. Zum Schluss standen im Dax plus 0,24 Prozent auf 6128 Punkte zu Buche, der MDax
stieg um 1,29 Prozent auf 9120 Zähler. Das ist die höchste Notierung seit der Einführung des Nebenwerteindex vor gut zehn Jahren. Der TecDax
rückte 1,09 Prozent auf 760,32 Punkte vor.
"Es fehlt an Anlage-Alternativen zu den Aktien", begründete Holger Pfeiffer, Aktienhändler bei Sal. Oppenheim, die Kursgewinne. "Zudem werden derzeit Milliarden von Euro an Dividendengeldern ausgeschüttet, und die wollen wieder angelegt werden."
Spekulationen auf eine baldige Unterbrechung des Zinserhöhungszyklus in den USA nach der nächsten Zinsanhebung, die für diesen Mittwoch erwartet wird, hatten an der Wall Street am Freitag den Dow Jones
auf das höchste Niveau seit sechs Jahren und den S&P-500-Index auf ein Fünfjahreshoch getrieben.
Am Montag starteten die US-Börsen mit leichten Verlusten in den Handel, gegen 20 Uhr lagen Dow Jones und Nasdaq Composite
aber leicht (unter einem Prozent) im Plus. Die Investoren hielten sich angesichts einer für Mittwoch angesetzten Sitzung der US-Notenbank (Fed) zurück. Von dem Treffen erhoffen sie sich klare Signale darüber, ob und wann die Fed ihren aktuellen Zinserhöhungszyklus beenden wird.
Metro und Adidas gewinnen 3,5 Prozent
In Japan war der Nikkei
nach einer Serie von Feiertagen in der Vorwoche mit Kursgewinnen in die neue Handelswoche gestartet. Er schloss 0,8 Prozent fester bei 17.291 Zählern. Der Ölpreis bleibt mit rund 70 Dollar je Barrel allerdings ein Risiko. Auch der mit über 1,27 Dollar relativ hohe Euro-Kurs
dämpft die Stimmung vor allem bei den Exportwerten weiter etwas.
An die Spitze der Gewinnerliste im Dax setzten sich die Titel von Metro
mit einem Plus von bis zu 3,5 Prozent auf 47,58 Euro, dem höchsten Stand seit Mai 2001. Schlusskurs: 47,28 Euro. "Die Metro-Aktie hat den charttechnischen Widerstand bei 46 Euro durchbrochen. Das hat Anschlusskäufe ausgelöst", sagte ein Händler.
Zu den größten Gewinnern bei den Standardwerten zählten auch die Titel von Adidas
, die um 3,27 Prozent auf 167,40 Euro zulegten und damit ihren Verlust von Freitag wieder mehr als wettmachten. Händler verwiesen auf Aussagen von Adidas-Chef Herbert Hainer, das Geschäft mit der Fußball-WM laufe fantastisch und übertreffe alle Erwartungen. Das werde sich schon in den am Dienstag anstehenden Quartalszahlen zeigen, sagte Hainer in einem Interview am Wochenende.
Schlusslicht im Dax bildeten mit einem Minus von 2,73 Prozent auf 67,63 Euro die Aktien des LKW- und Maschinenbauers MAN
. Händler machten für den Kursabschlag Gewinnmitnahmen verantwortlich, nachdem die Titel in den vergangenen Handelstagen deutlich an Wert gewonnen hatten.
Ihre Abwärtsbewegung setzte die Papiere des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate
(HRE) fort, die 1,77 Prozent auf 53,40 Euro nachgaben. Befürchtungen von Anlegern, HRE könnte unter dem Margenverfall angesichts des scharfen Wettbewerbs im Inland und in Europa leiden, hatten die Titel zuletzt unter Druck gesetzt. Diese Sorge konnte HRE-Chef Georg Funke auf der Hauptversammlung offenbar nicht ganz ausräumen. Seiner Aussage nach sieht HRE im Inlandsgeschäft trotz des harten Wettbewerbs Möglichkeiten für erhebliches Wachstum.
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