Der Ölpreis stagniert
Und auch der Ölpreis spielte bei Jubelstimmung mit. Leichtes US-Rohöl kostete in New York 49,04 Euro pro Barrel (159 Liter) - nur unwesentlich mehr als am Vortag. Damit lag der Ölpreis weiter deutlich unter seinem am 25. Oktober erreichten Allzeithoch von 55,67 Dollar. In London kostete ein Barrel der Nordseesorte Brent am Mittag 46,02 Dollar und damit einen Cent mehr als bei Handelsschluss am Vortag. Im asiatischen Handel lag der Preis am Morgen noch klar unter 49 Dollar.
Die angespannte Lage im Mittleren Osten durch den stark angeschlagenen Gesundheitszustands Jassir Arafats werde aufmerksam beobachtet, hieß es. Israelis und Palästinenser bereiten sich auf den Tod des Politikers vor, um eine befürchtete Anarchie zu verhindern. Die Sorge um eine Bedrohung der Sicherheit in den betroffenen Gebieten stütze den Ölpreis, sagten Händler.
Die Aktien der großen deutschen Banken und Versicherer versammelten sich fast vollzählig an der Spitze des Dax. Börsianer erklärten dies mit der Hoffnung der Anleger auf weiter steigende Aktienmärkte. Banken und Versicherer profitieren von Kursgewinnen bei Aktien, da diese den Wert von Beteiligungen und Wertpapierbeständen steigen lassen.
Die Papiere der Allianz
verteuerten sich um 2,5 Prozent auf 89,31 Euro. Deutsche Bank gewannen 2,4 Prozent auf 10,66 Euro und HypoVereinsbank
1,8 Prozent auf 15,88 Euro. Die Aktien der Münchener Rück
gaben nach Gerüchten über eine bevorstehende Gewinnwarnung einen Teil ihrer Tagesgewinne wieder ab, lagen aber noch mit 1,2 Prozent im Plus bei 79,37 Euro.
Die Anteilsscheine von Fluglinien wurden europaweit vom fallenden Ölpreis angetrieben. In Frankfurt gewannen die Aktien der Lufthansa
um 2,4 Prozent, British Airways
zogen um 4,6 Prozent an, Air France-KLM lagen sogar knapp 7 Prozent im Plus. Der Ölpreis spielt für die Luftfahrtgesellschaft eine große Rolle, weil er den Preis für Flugbenzin mitbestimmt.
Energieversorger unter Druck
Die Titel der Versorger rutschten ans untere Dax-Ende. RWE
verloren 1,9 Prozent auf 42,66 Euro. Eon
verloren als schwächster Dax-Wert 2,5 Prozent auf 63,40 Euro. Der Versorger beteiligt sich mehrheitlich am Erdgas-Geschäft des ungarischen Unternehmens Mol. Händler verwiesen zudem auf Spekulationen um Probleme mit der Regulierungsbehörde wegen der Monopolstellung und überhöhter Preise im Gasbereich.
Papiere des angeschlagenen Kaufhauskonzerns KarstadtQuelle
verteuerten sich um 4,8 Prozent. Anleger reagierten auf die Aussagen eines Vermögensverwalters in einem TV-Interview zum Wert der Karstadt-Immobilien, sagten Händler. "Wir sehen die Immobilien ungefähr dreimal so hoch bewertet wie in den Büchern. Da gibt es große Bewertungsreserven", hatte Hendrik Leber von der Vermögensverwaltung Acatis gesagt. Andere Experten zeigten sich vorsichtiger. Sie gaben unter anderem zu bedenken, dass ein Verkauf einer Vielzahl dieser Immobilien den tatsächlich erzielbaren Preis drücken werde.
Nachdem der Maschinen- und Anlagenbauer MG Technologies
kurz vor Börsenschluss seine Prognose für das Gesamtjahr senkte, verloren seine Anteile 3,6 Prozent auf 9 Euro.
Deutliche Gewinne in Tokio
Die Börse in Tokio hat am Freitag deutlich zugelegt. Nach der positiven Vorgabe der Wall Street stieg der Nikkei
wieder über die Marke von 11.000 Punkten und ging mit einem Plus von 115,50 Punkten oder 1,1 Prozent beim Stand von 11.061 Punkten ins Wochenende.
"Die Gewinne an der Wall Street und der sinkende Ölpreis haben die Sorge vor einem Rückgang der globalen Wirtschaft kleiner werden lassen", sagte ein Händler. Gerade für Japan als Exportland sei dies besonders wichtig. "Die Investoren warten jetzt gespannt auf die US-Arbeitsmarktdaten, um zu sehen, wie die weiteren Aussichten für die US-Wirtschaft sind", sagte Investmentexperte Akihiro Shiroeda von Nozomi Securities.
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