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05.11.2004
 

Börsenschluss

Der Euro sprengte die Party

Zum Wochenschluss nahm der Dax Anlauf in Richtung Jahreshoch: Gute Arbeitsmarktdaten aus den USA und ein fallender Ölpreis hievten ihn zunächst über 4100 Punkte. Doch ein neuer Kursrekord des Euro verdarb die Jubelstimmung.

Frankfurt am Main - Nach Bekanntgabe guter Arbeitsmarktdaten aus den USA hatte der Dax am Nachmittag einen deutlichen Sprung über die Marke von 4100 Punkten gemacht. Börsianer zeigten sich daraufhin optimistisch, dass er weiter Kurs auf seinen Jahreshöchststand von 4175 Zählern aus dem Januar halten würde.

  Der Schwung war nicht von Dauer:  Ein neuer Rekrodkurs des Euro verdarb die Jubelstimmung
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DDP

Der Schwung war nicht von Dauer: Ein neuer Rekrodkurs des Euro verdarb die Jubelstimmung

Doch der neue Rekordkurs des Euro sprengte die Party: Bis Handelsschluss gab der Dax Chart zeigen einen Großteil seiner Gewinne wieder ab und ging nur noch mit einem Plus von 0,6 Prozent bei 4064 Punkten ins Wochenende. Der TecDax Chart zeigen stieg um 1,3 Prozent auf 510 Zähler, der MDax Chart zeigen um 0,5 Prozent auf 5152 Punkte.

An der Wall Street verbesserte sich der Dow Jones Chart zeigen bis zum Handelsschluss in Deutschland um 0,5 Prozent auf 10.365 Punkte. Der Nasdaq Composite Chart zeigen kletterte um 0,5 Prozent auf 2033 Zähler.

Die europäische Gemeinschaftswährung erreichte am frühen Abend mit 1,2953 Dollar ein neues Rekordhoch - und verdarb damit die Jubelstimmung an den Märkten. Denn der Euro ist nun so teuer wie noch nie seit seiner Einführung im Januar 1999. Seinen bisherigen Höchststand hatte er Mitte Februar bei 1,2930 US-Dollar erreicht. Die Europäische Zentralbank legte den Referenzkurs mit 1,2856 US-Dollar fest.

Händler begründeten das neue Allzeithoch des Euro mit dem enormen Defizit der USA in Handelsbilanz und Staatshaushalt. Diese Verwerfungen in der US-Wirtschaft seien nach der Präsidentenwahl wieder in den Mittelpunkt gerückt und hätten den Dollar belastet. Experten gehen davon aus, dass der im Amt bestätigte Präsident George W. Bush seine Defizitpolitik fortsetzt. Mit einem niedrigen Dollar-Kurs lässt sich das Doppeldefizit leichter finanzieren.

Die Grundstimmung an den deutschen Märkten war prächtig: "Ich gehe davon aus, dass wir uns zunächst über 4000 Punkten halten und bis Ende des Jahres das alte Jahreshoch noch knacken", sagte Holger Pfeiffer, Händler beim Bankhaus Sal. Oppenheim. Die Zinsen schienen weiter niedrig zu bleiben und viele befürchteten einen Rückschlag bei den Renten, so dass diese Anlageklasse als Alternative nicht so attraktiv sei, fügte er hinzu.

Gute Nachrichten aus den USA heizten die Kurse weiter an: Die Beschäftigtenzahl in den USA ist im Oktober deutlich stärker als erwartet gestiegen. Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft sei um 337.000 zum Vormonat geklettert, teilte das US-Arbeitsministerium am Freitag in Washington mit.

"Das sind spektakuläre Zahlen für den Aktienmarkt", urteilte John Person, Chef des Börsenberatungshauses National Futures. "Diese Zahlen untermauern, dass die US-Wirtschaft auf einem eindeutigen Wachstumskurs ist." Ein Konjunkturaufschwung gilt nur dann als nachhaltig, wenn er mit Beschäftigungszuwachs einhergeht.

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