Mittwoch, 17. Oktober 2018

Wohnungsnot in Deutschland Warum Wohnen so teuer ist - und was dagegen helfen soll

Wohnanlage in München: Bezahlbarer Wohnraum ist knapp in Deutschland - ebenso wie Lösungen für die Wohnungsnot.

Die zunehmende Wohnungsnot in Deutschland wurde von der Bundesregierung bereits zur neuen "sozialen Frage" erklärt. Die Immobilienpreise insbesondere in Metropolregionen und Ballungszentren steigen, und die Mieten ebenfalls. Gleichzeitig werden viel zu wenig neue Wohnungen gebaut. Die Folge: Immer mehr Menschen bekommen Probleme, zu vertretbaren Kosten Wohnraum zu finden.

Was also tun? Wie komplex das Thema ist, zeigt schon die Teilnehmerliste des Wohngipfels, der vor wenigen Tagen in Berlin stattfand: Außer Kanzlerin Angela Merkel (CDU) standen darauf gleich vier Minister der Bundesregierung, alle Regierungschefs der Bundesländer, Vertreter der Städte und Gemeinden, mehr als ein Dutzend Verbände der Immobilien- und Wohnungsbranche, Mieterbund, Gewerkschaften und Baubranche.

Gemeinsam suchten sie nach Lösungen für eines der großen Probleme unserer Zeit. Vor allem in den großen Städten sind die Preise für Mieten oder Wohneigentum in den vergangenen Jahren deutlich stärker gestiegen als die Einkommen. In München etwa mussten die Menschen im Jahr 2016 im Schnitt 30,5 Prozent ihres Einkommens für das Wohnen ausgeben - das waren fünf Prozentpunkte mehr als nur drei Jahre zuvor (siehe Deutschlandkarte). Als Faustregel gilt: Wohnen ist bezahlbar, wenn man nicht mehr als ein Drittel des Einkommens dafür ausgeben muss. Die Folge: Inzwischen haben selbst Haushalte mit mittleren Einkommen zunehmend Probleme, bezahlbaren Wohnraum zu finden.

Zum starken Anstieg der Wohnkosten haben viele Faktoren geführt - unter anderem auch die anhaltende Niedrigzinsphase, wegen der viele Anleger auf der Suche nach Renditen ihr Geld in Immobilien gesteckt haben.

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