Donnerstag, 13. Dezember 2018

Wohnungsmarkt Wertvolle Tipps für Eigentümer bei der Mietersuche

Kampf um die Courtage: Nach dem Willen der Bundesregierung sollen Immobilienmakler künftig von Vermietern bezahlt werden, statt wie bisher meist von Mietern

5. Teil: Das Internet bei der Mietersuche richtig nutzen



Um einen Mieter zu finden, können Eigentümer Inserate in Zeitungen schalten oder im Internet. Immer mehr Vermieter greifen auf letzteres zurück, weil sie damit für vergleichsweise niedrige Kosten Bewerber aus ganz Deutschland erreichen können. Bei Immobilienscout24, dem führenden Branchenportal in Deutschland, kostet eine 14 Tage lang erscheinende Anzeige nur 19,90 Euro. Wird das Inserat einen ganzen Monat lang auf der Internetseite veröffentlicht, sind es 29,90 Euro (Nachtrag d. Red.: Die Preisangaben sind inzwischen veraltet, Immobilienscout24 hat die Preise geändert).

Die Evers-Internet Beteiligungsgesellschaft im schleswig-holsteinischen Glinde bietet über ihren Webauftritt ohne-makler.net sogar die Möglichkeit, zu einem reduzierten Preis eine Anzeige einen Monat lang auf ihrer eigenen Seite und auf den Portalen von Immobilienscout24.de, Immonet.de und Immobilien.de für 85 Euro zu schalten. "Wir kaufen Anzeigenkontingente im großen Stil bei den anderen Portalen ein und erhalten so Sonderkonditionen, die wir an unsere Kunden weitergeben", sagt Geschäftsführer Henning Evers.

Vermieter würde durch die breite Streuung der Anzeigen eine immense Reichweite erzielen, sagt Evers. "Ihr Vermietungsangebot erreicht mehr als zwölf Millionen potenzielle Nutzer."

Andere Experten raten hingegen privaten Vermietern davon ab, ihre Wohnung im Internet zu inserieren - zumindest in Märkten mit starker Mieternachfrage. "Da sind dann schnell etliche hundert Bewerbungen im E-Mail-Postfach", sagt Researcher Beyerle. "Wenn der Vermieter dann auch noch seine Telefonnummer angibt, kommt er solange nicht zur Ruhe, wie die Anzeige geschaltet ist, weil ständig jemand anruft." Sinnvoller sei es stattdessen, selbst nach einem geeigneten Mieter auf den Portalen zu suchen, rät Beyerle. Die Portale bieten unter Rubriken wie "Suchanzeigen" Wohnungsinteressenten die Möglichkeit sich aktiv zu bewerben.

Immobilienökonom Voigtländer geht davon aus, dass diese Rubriken den in den vergangenen Jahren kräftig gewachsenen Portalen den nächsten Schub geben werden: "Über diese Suchanzeigen können Interessenten sich vorstellen und klar umreißen, welche Art von Wohnung in welcher Größe sie an welchem Ort suchen." Für Vermieter bieten die Portale dabei Filterfunktionen nach Größe und Lage der Wohnung, so dass für sie nur die Interessenten sichtbar werden, die potentielles Interesse an ihrem Objekt haben. "Sowohl Mietinteressenten als auch Vermieter werden deshalb diese Rubriken in den kommenden Jahren immer stärker nutzen", ist Voigtländer überzeugt.

In Märkten mit großem Wohnungsangebot und schwacher Nachfrage hingegen würden Vermieter auch künftig kaum umhin kommen, ihre Wohnung selbst zu inserieren, meint Beyerle. "An diesen Standorten laufen sie aber auch nicht Gefahr, mit Anfragen bombardiert zu werden."
Landwirt Hans-Wilhelm M. inseriert seine Wohnungen in einem Internetportal, aber unter einer separaten E-Mail-Adresse, die er sich allein für Vermietungen zugelegt hat. "Dann wird mein Haupt-E-Mail-Account nicht mit Suchanfragen überfüllt." Hat er einen Mieter gefunden, richtet er unter der Vermietungs-Adresse eine automatische Abwesenheitsmeldung ein. "Darin schreibe ich kurz, dass die Wohnung vermietet ist und muss mich nicht mehr um die Anfragen kümmern." Sobald das Inserat nicht mehr im Portal erscheint, lösche er einfach die eingegangenen Mails, sagt der Landwirt. "Wenn man es richtig nutzt, bietet das Internet viele Vorteile für einen Privatvermieter."

*Name der Redaktion bekannt

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