Samstag, 3. Dezember 2016

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Kredite werden teurer Zinsentwicklung macht Bauherren nervös

Zehn nützliche Tipps: Worauf Sie beim Immobilienkauf achten müssen
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DPA

Die Turbulenzen an den weltweiten Finanzmärkten reichen bis zum deutschen Häuslebauer: Die Zinsen für Immobilienkredite haben ihr historisches Tief hinter sich gelassen und sind zuletzt wieder merklich angestiegen. Experten raten dennoch zu Gelassenheit.

Hamburg - Die Nervosität, mit der die Akteure an den Finanzmärkten in den vergangenen Wochen über die künftige Geldpolitik der US-Notenbank Fed sinniert haben, hat nicht nur Aktien- und Anleihekursen in Turbulenzen versetzt. Auch am Immobilienmarkt sind die Ausläufer zu spüren. Die Ausschläge dort zeigen sich im Verlauf der Zinskurven für Immobilienkredite.

Spätestens seit einem Auftritt von Fed-Chef Ben Bernanke vor dem US-Kongress Ende Mai schießen die Spekulationen über den künftigen Kurs der US-Zentralbank wild ins Kraut. Der Top-Geldlenker hatte zunächst eine weiterhin großzügige Liquiditätsvergabe zugesagt, dies jedoch beinahe im gleichen Atemzug wieder deutlich eingeschränkt. Die Folgen konnten seither an den Börsen weltweit beobachtet werden: eine merkliche Unsicherheit bei Investoren, tendenziell fallende Aktien- und Anleihekurse - und ein damit steigendes Zinsniveau.

Die Zinsen für US-amerikanische sowie deutsche Staatsanleihen etwa haben deutlich zugelegt. Mit der Umlaufrendite hierzulande ging es ebenso nach oben, von weniger als 1 Prozent Anfang Mai auf aktuell etwa 1,35 Prozent.

Was jedoch besonders Immobilienbesitzer interessieren dürfte: Auch Baugeld hat sich in der Zwischenzeit verteuert. Der durchschnittliche Zins für US-Hypothekenkredite mit 15jähriger Laufzeit etwa zog von 2,7 auf 3,2 Prozent an. Ähnliches gilt nach dem historischen Tief vor einigen Wochen für die hiesigen Immobilienzinsen.

Ist das die Zinswende?

Vergangene Woche gab Bernanke erneut Auskunft. In Washington verkündete er das Ergebnis der jüngsten Fed-Sitzung - und signalisierte einmal mehr das mögliche Ende des Geldregens in den USA.

Spätestens seither tauchen einige gerne diskutierte Fragen wieder auf: Ist das Ende der ultra-günstigen Immobilienfinanzierung gekommen? Erleben wir die Zinswende, nach der sich die Konditionen tendenziell verschlechtern werden? Wie sollen sich Immobilienkäufer und Bauherren jetzt verhalten?

Zunächst die schlechte Nachricht: Dass es mit den Immobilienzinsen in nächster Zeit signifikant nach unten geht, glaubt unter Fachleuten offenbar kaum jemand. Max Herbst etwa, von der FMH-Finanzberatung, sagt, es hänge vieles davon ab, ob sich wieder ein Krisenszenario ergebe, welches Investoren in vermeintlich sichere Anlagen wie deutsche Staatsanleihen treibe. In dem Fall, so Herbst, könnten die Zinsen wieder leicht fallen. "Ob man dann neue Tiefststände erreichen wird, würde ich erstmal bezweifeln", schränkt der Fachmann allerdings ein.

"Im Moment sehen wir eine gewisse Aufwärtsbewegung", sagt zudem zwar Michiel Goris, Chef der Baufi-Plattform Interhyp. Aber: "Kurz- und mittelfristig erwarten wir eher eine Seitwärtsbewegung bei den Zinsen für Baugeld."

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