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11.06.2013
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Nazi-Monument Prora
Aus Hitlers Ruine soll ein moderner Wohntempel werden

Von Christoph Rottwilm

Terassen, Balkone, helle Räume: So soll Prora einmal ausehen
Fotos
DPA

Es ist ein Mahnmal aus düsterer Zeit und eine monumentale Bausünde zugleich: Seit 70 Jahren verunstaltet die Nazi-Ruine Prora den Strand von Rügen. Jetzt nehmen Projektentwickler die Sanierung in Angriff - und locken Wohnungskäufer mit dem Steuerkick.

Hamburg - Strahlender Sonnenschein, schneeweißer Strand, blitzblanke Fassaden mit Balkonen, Terrassen, Strandkörben und Sonnenschirmen so weit das Auge reicht - das ist Prora. Jedenfalls in der Vision einiger Projektentwickler. Sie haben sich vorgenommen, jene monströse Bausünde, die seit der Nazi-Zeit den Oststrand von Rügen verunstaltet, in den kommenden Jahren zum großen Teil zu sanieren.

Axel Bering und Michael Jacobi etwa gehören dazu. Sie wollen einen großen Teil von Proras Block II in einen modernen Wohntempel verwandeln, mit luxuriösen Eigentumswohnungen und Feriendomizilen, zu Preisen schon ab 2300 Euro pro Quadratmeter aufwärts. In wenigen Tagen steigt im gerade entstehenden Bauabschnitt eins - genannt "Haus Aurum" - das Richtfest. Und von den geplanten 29 Apartments sind nach Angaben der Projektentwickler bis auf neun bereits alle vergriffen.

Bering und Jacobi leisten damit zwar Pionierarbeit. Sie sind aber nicht die einzigen, die in Prora millionenschwere Sanierungspläne verfolgen. Unmittelbar neben Block II des historischen Ungetüms, den die beiden Berliner beackern, hat die Wuppertaler Firma Inselbogen in Block III ähnliche Pläne. Und die Gesellschaft Irisgerd aus Berlin will in den kommenden Jahren dem ebenfalls erhaltenen Block I neues Leben einhauchen. Auch dort sollen Kapitalanleger und Eigennutzer moderne Wohnungen und Ferienapartments finanzieren.

Damit scheint klar: Mehr als 70 Jahre nach der Grundsteinlegung könnte Prora zumindest teilweise doch noch seinem eigentlichen touristischen Zweck zugeführt werden. Gebaut wurde der ursprünglich rund 4,5 Kilometer lange Klotz aus Stahl und Beton in den 1930er Jahren von den Nationalsozialisten. Als Teil der "Kraft durch Freude"-Bewegung wollten sie darin bis zu 20.000 Gäste gleichzeitig Urlaub machen lassen.

Einziger Lichtblick: Meck-Pomms größte Jugendherberge

Bis zu 9000 Männer schufteten zu Hochzeiten auf der Baustelle, bis der zweite Weltkrieg begann. Da wurde das Projekt abrupt gestoppt - und der Gebäudekomplex am Rügener Küstenstreifen zwischen Binz und Sassnitz bis heute nicht wie geplant vollendet.

Die unfertigen Gemäuer dienten zu DDR-Zeiten der Nationalen Volksarmee als Kaserne. Bis zu 10.000 Soldaten waren in Prora stationiert. Allein für die Errichtung des nahegelegenen Fährhafens Mukran in den 80er Jahren wurden in Hitlers steingewordenem Erbe zeitweise bis zu 500 Bausoldaten untergebracht.

Es folgte die Wiedervereinigung, eine kurzzeitige Nutzung durch die Bundeswehr - und der allmähliche Verfall des riesigen Bauwerks. Einige Teile waren bereits nach dem Krieg von der Sowjet-Armee gesprengt worden. Für den Rest fanden sich seit Anfang der 90er Jahre immer wieder Investoren. Lange Zeit kamen die Vorhaben zur Sanierung und touristischen Nutzung jedoch kaum voran.

Der einzige Lichtblick war bisher Mecklenburg-Vorpommerns größte Jugendherberge, die im Juli 2011 in Block V ihre Türen öffnete. Mehr als 400 Betten in beinahe 100 Zimmern bietet das Haus seitdem, und einen Zeltplatz für bis zu 1000 Camper.

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