Montag, 17. Dezember 2018

Höchster Anstieg seit 11 Jahren Kosten für Wohnungsbau klettern kräftig

Arbeiter auf einer Baustelle: Baufirmen verdienen aktuell bestens

Die Kosten für den Neubau von Wohngebäuden steigen derzeit so stark wie seit elf Jahren nicht mehr. Die sogenannten Baupreise zogen im August um 4,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat an, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Ein größeres Plus in dieser vierteljährlich erhobenen Statistik gab es zuletzt Ende 2007 mit 5,7 Prozent.

Die Baubranche macht für die Kostenentwicklung die hohe Nachfrage bei gleichzeitig stark ausgelasteten Unternehmen, steigende Materialkosten und strengere Vorschriften verantwortlich. Dem Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen zufolge hat sich die Zahl der Vorschriften seit 1990 mehr als vervierfacht - von den Bereichen Lärm- und Brandschutz bis hin zur Energieeinsparverordnung und Barrierefreiheit.

Nicht nur für Wohnungen müssen Bauherren tiefer in die Tasche greifen, sondern auch für Bürogebäude. Hier zogen die Neubaupreise um 4,7 Prozent an, für gewerbliche Betriebsgebäude wie Fabriken oder Supermärkte um 4,8 Prozent. Der Straßenbau verteuerte sich sogar um 6,7 Prozent. Instandhaltungsarbeiten an Wohngebäuden kosteten 4,1 Prozent mehr.

Auch öffentliche Investitionen steigen

Das schlägt sich auch in den Umsätzen der Baufirmen nieder: Im Juli verbuchte das Bauhauptgewerbe 9,9 Prozent höhere Umsätze als vor Jahresfrist, wie das Statistische Bundesamt errechnet hat.

Im Grunde müssen Bauherren im laufenden Jahr für alle Gewerke tiefer in die Tasche greifen als 2017: vom Maurer über den Dachdecker bis zum Heizungsinstallateur.

Das Bauhauptgewerbe, das auch den Bau von Straßen und Leitungen umfasst, profitiert aber auch kräftig von öffentlichen Investitionen: Den größten Umsatzzuwachs gab es für die Branche im Juli beim Bau von Straßen und Bahnstrecken mit plus 21 Prozent zum Vorjahresmonat.

wed/Reuters/dpa

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