Samstag, 23. Februar 2019

Für 238 Millionen Dollar Finanz-Milliardär Griffin kauft Amerikas teuerstes Penthouse

Teuerste Immobilie der USA: Hedgefonds-Milliardär Griffin (kleines Bild) erwarb ein 2200-Quadratmeter-Penthouse im Wolkenkratzer 220 Central Park South in New York.
[M] Getty Images, Bloomberg via
Teuerste Immobilie der USA: Hedgefonds-Milliardär Griffin (kleines Bild) erwarb ein 2200-Quadratmeter-Penthouse im Wolkenkratzer 220 Central Park South in New York.

Er hat es schon wieder getan. Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass sich US-Hedgefonds-Unternehmer Ken Griffin für 95 Millionen Pfund (etwa 108 Millionen Euro) ein nobles Stadthaus mit historischem Flair in London zugelegt hat. Nun schlug der Multimilliardär erneut zu, diesmal in New York: Im Nobel-Wolkenkratzer 220 Central Park South erwarb Griffin ein feudales Penthouse mit einer Wohnfläche von rund 2200 Quadratmetern, das sich über mehrere Stockwerke erstrecken dürfte. Kostenpunkt: 238 Millionen Dollar, wie Bloomberg berichtet. Damit sei es die teuerste Wohnimmobilie in den USA.

Hedgefonds-Milliardär Griffin reiht so eine weitere Akquisition in eine lange Reihe, auf die er bereits zurückblicken kann. Seit Jahren arbeitet der Gründer und Chef der Investmentfirma Citadel mit Hauptsitz in Chicago an seinem Ruf als umtriebiger Immobilieninvestor und Kunstsammler. Allein in New York und Chicago erwarb Griffin bereits Immobilien im Wert von mehr als 500 Millionen Dollar, so Bloomberg. Dabei ist der aktuelle Deal noch nicht mitgerechnet.

Einige Highlights: Im Waldorf Astoria Hotel in Chicago kaufte Griffin vor einigen Jahren gleich zwei komplette Etagen für 30 Millionen Dollar. Ein Penthouse in Miami Beach ließ er sich 60 Millionen Dollar kosten. 2017 machte Griffin zudem Schlagzeilen, als er sich ein Penthouse über vier Stockwerke in seiner Heimatstadt Chicago zulegte. Der Preis von knapp 60 Millionen Dollar machte es seinerzeit zur teuersten Wohnimmobilie der Stadt.

Darüber hinaus berichten Medien über einen 230-Millionen-Dollar-Immobilienkauf in Florida sowie einen 40-Millionen-Dollar-Erwerb in New York im Jahr 2009.

Griffin hat zudem bereits Rekorde am Kunstmarkt gebrochen. 2016 etwa kaufte er der David Geffen Stiftung Werke von Jackson Pollock sowie Willem de Kooning im Wert von insgesamt rund 500 Millionen Dollar ab, so Bloomberg. Gleichzeitig betätigte sich der Investmentunternehmer schon als Wohltäter und spendete beispielsweise mehr als 600 Millionen Dollar für Bildung und kulturelle Zwecke.

Preisschwäche bei Luxusimmobilien in London und New York

Seine aktuellen Immobilienkäufe tätigte Griffin zu einem anscheinend günstigen Zeitpunkt. Sowohl in London als auch in New York haben die Preise für Nobelimmobilien zuletzt merklich nachgegeben, wie Marktteilnehmer berichten.

In London etwa sorgt der bevorstehende Brexit seit mehr als zwei Jahren für Verunsicherung und Zurückhaltung bei Käufern und Investoren. Die Preise für Häuser in den exklusivsten Gegenden der Stadt seien seit 2014 um 18,4 Prozent gefallen, so Zahlen des Immobilienberatungsunternehmens Savills. Die etwa 200 Jahre alte Immobilie in der Nähe des Buckingham Palastes, die Griffin für 95 Millionen Pfund erwarb, sei ursprünglich für 145 Millionen Pfund an den Markt gebracht worden, berichtete die "Financial Times".

Auch in New York mussten Immobilienverkäufer zuletzt ihre Preisvorstellungen zurückschrauben. Der Penthouse-Kauf von Ken Griffin passt insofern kaum ins Gesamtbild, denn der Rekordpreis von 238 Millionen Dollar spräche eher gegen einen schwachen Markttrend. Sie glaube nicht, dass dieser einzelne Deal viel über den Markt aussage, zitiert Bloomberg dazu eine New Yorker Luxusimmobilien-Maklerin. Es sei eher ein Einzelfall. "Hut ab vor dem Projektentwickler", so das Fazit der Marktkennerin.

Hintergrund: Ken Griffin gründete den Hedgefonds Citadel bereits im Jahr 1990 und wird gegenwärtig von "Forbes" auf ein persönliches Vermögen von 9,9 Milliarden Dollar (rund 8,7 Milliarden Euro) geschätzt.

Christoph Rottwilm auf Twitter

Griffins Firma Citadel verwaltet rund 28 Milliarden Dollar an Anlegergeldern. Das Unternehmen konnte das vergangene Jahr erfolgreich abschließen, so die "FT". Während andere Hedgefonds Schwierigkeiten mit den globalen Marktturbulenzen insbesondere im vierten Quartal 2018 hatten und schwach performten, widerstand Citadel diesem Trend. Laut "FT" schloss der Flaggschifffonds "Wellington" des Hauses das vierte Quartal mit einem Plus von 9 Prozent ab. Zwei weitere Produkte erreichten einen Gewinn von 6 Prozent und 9 Prozent, so die Zeitung.

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