Montag, 27. Juni 2016

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Ferienimmobilien Ferienhauskäufer werden zu Renditefüchsen

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Engel & Völkers / Fewo-direkt

Ferienimmobilien avancieren zum Liebling von Kapitalanlegern. Einer Studie zufolge haben immer mehr Käufer vor allem die Rendite und die Altersvorsorge im Sinn. Damit die Rechnung aufgeht, muss allerdings einiges beachtet werden.

Hamburg - Ferienimmobilien geraten immer stärker in den Fokus von Kapitalanlegern. Das ist eines der wesentlichen Ergebnisse einer umfangreichen Studie, die die Online-Plattform Fewo-direkt gemeinsam mit dem Maklerunternehmen Engel & Völkers durchgeführt hat. Demnach hatten finanzielle Motive beim Ferienhauskauf in den vergangenen Jahren einen zunehmend großen Stellenwert.

Fast 60 Prozent der rund 3600 befragten Eigentümer von Ferienimmobilien, die ihr Objekt erst in den vergangenen dreieinhalb Jahren gekauft haben, gaben beispielsweise an, dabei vor allem an die Altersvorsorge gedacht zu haben. Unter den Käufern mit einem früheren Erwerbszeitpunkt lag der Anteil bei lediglich etwas mehr als 41 Prozent.

Ähnlich fielen die Antworten aus, als nach der Bedeutung von Kapitalanlage, Mieteinnahmen, Gewinnen oder Inflationsschutz gefragt wurde: Alle diese Aspekte haben als Motiv für den Kauf einer Ferienimmobilie in jüngster Zeit deutlich hinzugewonnen, so die Studie, die manager magazin online vorab vorgestellt wurde.

"Ferienimmobilien stellen kein reines Luxusgut mehr dar, was mit überflüssigem Spielgeld finanziert wird", sagt Tobias Wann, Vice President Central Europe von Fewo-direkt. "Sie fungieren vielmehr als Geldanlage und Bestandteil der Altersvorsorge, wodurch monetäre Kaufaspekte wie der Preis oder das Vermietungspotenzial immer wichtiger werden."

Wichtig: Standort, Lage, Ausstattung, Preis

Nach Ansicht von Wann geht die Entwicklung in die richtige Richtung. Eine Ferienimmobilie eigne sich gut als Geldanlage, sagte er im Gespräch mit manager magazin online. Der Markt wachse sowohl auf der Angebots als auch auf der Nachfrageseite stetig. Wer bei der Auswahl der Immobilie keine Fehler mache, könne mit einem solchen Investment eine Rendite von 3 bis 5 Prozent erzielen.

Eine wichtige Voraussetzung dafür ist allerdings das derzeit niedrige Zinsniveau, dass günstige Finanzierungen möglich macht. Sollten die Zinsen künftig steigen und sich die Konditionen für Hypothekendarlehen damit verschlechtern, so sähe die Kalkulation natürlich anders aus.

Hinzu komme die "emotionale Rendite", die nicht zu unterschätzen sei, wie Engel & Völkers-Vorstand Kai Enders betont. Gemeint ist die Möglichkeit, das Haus oder die Wohnung selbst für den Urlaub zu nutzen.

Als wichtigste Auswahlkriterien für den Immobilienkauf nennt Enders den richtigen Standort, eine gute Lage, eine hochwertige Ausstattung und einen marktgerechten Preis. Käufer sollten sich nicht durch scheinbar günstige Angebote abseits der wirklich beliebten Lagen verlocken lassen, sagt er. Ebenso müssten Interessenten zunächst den lokalen Markt sorgfältig sondieren, um nicht zu viel zu bezahlen. Nur so lasse sich die erforderliche Auslastung bei der Vermietung sicherstellen, die nötig ist, um am Ende auf die erhoffte Rendite zu kommen.

Die Käufer halten sich offenbar mehrheitlich daran: Wie die Studie ergab, sind die Durchschnittspreise der Ferienobjekte in den vergangenen Jahren sukzessive angestiegen. "Immer mehr Käufer investieren in den besonders hochwertigen Bereich, mit Kaufsummen jenseits der 500.000 Euro", sagt Wann.

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