Mittwoch, 20. März 2019

Immobilienkauf Schlechte Noten für Bankberater

Banker mit Kunden: Oft lässt die Beratung zu wünschen übrig

Die Stiftung Warentest hat Bankberater beim Thema Immobilienkauf getestet - und vergibt schlechte Noten. Viele Banker klären nicht ausreichend über Kosten und Risiken auf, so die Tester. Zudem würden Kredite und Monatsraten unvorteilhaft berechnet. 

Berlin - Immobilienkäufer können sich auf ihre Bankberater offenbar in vielen Fällen nicht verlassen. Die Beratung und die Kreditangebote waren nur bei zwei von 21 untersuchten Banken und Kreditvermittlern gut, wie die Stiftung Warentest in Berlin mitteilte. Dreimal vergaben die Tester die Note mangelhaft, sechsmal ausreichend und zehnmal befriedigend.

Häufige Fehler waren etwa: zu hohe oder zu niedrige Kredite und Monatsraten, undurchschaubare und damit schwer vergleichbare Angebote, irreführende Effektivzinsangaben und dass das Risiko höherer Zinsen für einen späteren Anschlusskredit nicht berechnet wurde. In der Folge würde die Finanzierung möglicherweise zu teuer oder könnte platzen. Häufig zogen die Berater demnach auch staatliche Fördermöglichkeiten nicht in Betracht, etwa durch Riester-Angebote und die KfW-Bank.

Die Tester führten insgesamt 146 Beratungsgespräche. Ein Paar gab jeweils vor, eine Eigentumswohnung kaufen zu wollen. Unterm Strich lagen die Angebote für eine Kreditsumme von etwa 220.000 Euro bis zu 30.000 Euro auseinander.

"Das Ergebnis ist beunruhigend für all die Verbraucher, die im Augenblick erwägen, eine Wohnung oder ein Haus zu kaufen beziehungsweise zu bauen", sagte Hermann Josef Tenhagen, Chefredakteur der Zeitschrift "Finanztest". Bei einigen Banken gebe es nicht einmal einheitliche Beratungsstandards innerhalb des Hauses. Nur gut informierte und kritische Kunden sollten das Wagnis Baufinanzierung wagen, empfahl die Stiftung.

cr/dpa-afx

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