Dienstag, 26. Juli 2016

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Anleger zittern Pleitewelle im S&K-Skandal rollt weiter

Variabel in die Pleite: Ausriss aus einem Flyer der Deutsche Sachwert Emissionshaus AG

Im S&K-Anlageskandal geht das Firmensterben weiter. Diesmal trifft es die Asset Trust AG sowie die Deutsche Sachwert Emissionshaus AG, die im S&K-Reich als wichtige Geldbeschaffer fungierten. Deren Anleger könnten nun doppelt verlieren.

Hamburg - Neue Hiobsbotschaft für Anleger, die vom vermuteten Betrugsfall S&K betroffen sind: In Regensburg befinden sich nun auch die Asset Trust AG sowie die Deutsche Sachwert Emissionshaus AG im vorläufigen Insolvenzverfahren. Das bestätigte das Amtsgericht Regensburg gegenüber manager magazin online (Az. 2 IN 196/13 und 2 IN 197/13). Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Jochen Zaremba von der Kanzlei Schwartz Rechtsanwälte bestimmt. Sowohl Zaremba als auch die beiden Gesellschaften waren für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar. Die Websites beider Firmen sind abgeschaltet.

Damit erhöht sich die Zahl der Unternehmen, die im Zusammenhang mit dem Fall S&K in die Insolvenz gehen mussten, auf bislang mindestens 15 (siehe Kasten links). Zuletzt traf dieses Schicksal die Hamburger United Investors Gruppe, über deren Fonds Geld in die S&K-Geschäfte geschleust wurde.

Als wichtige Geldbeschaffer für S&K agierten auch die aktuell betroffenen Unternehmen. Unter dem Label "Vario Trust" betrieb die Asset Trust AG das Geschäft mit Lebensversicherungs- und Bausparverträgen. Das Prinzip: Anleger übergaben dem Unternehmen laufende Verträge, die dann gekündigt wurden. Der Erlös aus der Stornierung wurde in die S&K-Geschäfte investiert - mit hohen Renditeversprechen für die Anleger.

Bis zu 7 Prozent Zinsen

Die gab es auch von der Deutsche Sachwert Emissionshaus AG. In einer Broschüre des Unternehmens, die manager magazin online vorliegt, werden Anlegern verschiedene Beteiligungsvarianten offeriert. Die Mindestanlagesummen reichen von 1000 Euro bis hin zu 500.000 Euro. Zinssätze von bis zu 7 Prozent stellte das Unternehmen in Aussicht.

Die dürften die Anleger nun allerdings kaum noch erhalten. Die Verantwortlichen des S&K-Unternehmenskonglomerats werden verdächtigt, im Zentrum eines umfangreichen bandenmäßigen Betrugs zu stehen. Bei einer bundesweiten Razzia Ende Februar wurden sechs Hauptverdächtige verhaftet. Zwei weitere Personen kamen wenige Tage später in Haft - darunter nach Informationen von manager magazin online auch der seinerzeitige Chef der Deutsche Sachwert Emissionshaus AG.

Der S&K-Skandal in Kürze
Gegen Verantwortliche der Frankfurter S&K-Gruppe wird wegen des Verdachts auf Anlagebetrug im großen Stil ermittelt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft ist durch ein sogenanntes Schneeballsystem Tausenden Investoren ein Schaden in dreistelliger Millionen-Euro-Höhe entstanden. Das Geld sei für den exzessiven Lebenstil der Beschuldigten verwendet worden. Von Letzteren war bislang keine Stellungnahme zu den Vorwürfen zu bekommen.
Im Rahmen einer Großrazzia durchsuchten am 19. Februar rund 1200 Beamte bundesweit an 130 Orten Wohn- und Geschäftsräume von S&K sowie deren Partnerfirmen. Die Schwerpunkte der Aktion Lagen in Hessen, Hamburg und Bayern. Dabei wurden sechs Hauptverdächtige festgenommen, darunter die S&K-Chefs Stephan S. und Jonas K.. Insgesamt wird laut Justiz gegen etwa 50 Beschuldigte ermittelt. Bei ihrer Razzia stellten die Ermittler laut Staatsanwaltschaft mehr als 16.000 Asservaten sicher, darunter etwa ein Dutzend Luxussportwagen, säckeweise Bargeld, Computer und Aktenmaterial.

Der Umfang des Schadens, der durch den Anlagebetrug entstanden sein soll, ist nach wie vor nicht vollständig bekannt. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt gewährt nach Informationen von manager magazin online derzeit weder Anwälten betroffener Anleger noch den Vertretern der Beschuldigten Einblick in die Akten. Öffentlich spricht die Behörde von einem Schaden in dreistelliger Millionenhöhe. Nach Informationen von manager magazin online sollen nach Auffassung der Staatsanwaltschaft alleine über die Fonds des Hamburger Emissionshauses United Investors rund 106 Millionen Euro Anlegergelder an S&K geflossen sein sollen.

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