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27.02.2013
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Immobilienmarkt
Experten raten zu Gewerbeimmo-Firmen

Von Richard Haimann

Lichter aus: Aktionäre sollten Aktien von Wohnungsgesellschaften nach dem starken Anstieg allmählich aus dem Depot werfen, raten Beobachter
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Lichter aus: Aktionäre sollten Aktien von Wohnungsgesellschaften nach dem starken Anstieg allmählich aus dem Depot werfen, raten Beobachter

Aktien von Wohnungsgesellschaften haben Anlegern zuletzt hohe Gewinne beschert. Inzwischen gelten viele der Titel jedoch als überbewertet. Analysten raten, Gewinne mitzunehmen und in Gewerbeimmobilienfirmen umzuschichten.

Hamburg - Helmut Kurz, Leiter Fondsmanagement Immobilienaktien beim Stuttgarter Bankhaus Ellwanger & Geiger, investiert lieber vorsichtig: "Solide Dividendenwerte sind mir lieber als die eher spekulativen Papiere im Betongolduniversum." In schwachen Börsenphasen kam das seinen Anleger zugute. Zuletzt 2011, als vor allem südeuropäische Immobilienwerte Federn lassen mussten.

Während der EPRA Europe Total Return-Index in jenem Jahr 9,4 Prozent verlor, verzeichnete der von Kurz gemanagte E&G Fonds Immobilienaktien Europa nur einen geringen Verlust von 1,17 Prozent. "Wir haben das Risiko so gering wie möglich gehalten", sagt Kurz.

2013 könnte sich eine solche Strategie erneut auszahlen. Denn vergangenes Jahr sind die Aktien deutscher Wohnungsgesellschaften rasant gestiegen. Zu rasant für den Geschmack mancher Analysten. "Die Papiere haben ein regelrechtes Feuerwerk an den Börsen abgebrannt", sagt Dieter Thomaschowski, Geschäftsführer des Analysehauses Investment Research in Change IC.

Rund 40 Prozent betrug 2012 das Kursplus bei der Deutsche Wohnen, die mit einer Marktkapitalisierung von fast 2,3 Milliarden Euro einer der Giganten im deutschen Immobiliensegment ist. Die Aktie der Berliner GSW, aktuell mit fast 1,6 Milliarden Euro auf dem Parkett bewertet, legte um rund 45 Prozent zu. Die 1,8 Milliarden Euro schwere Gagfah Chart zeigen gewann sogar mehr als 100 Prozent. Damit schnitten die Papiere viel besser ab als der Dax, der im vergangenen Jahr 28 Prozent gewann.

Potenzial bei Wohnungsaktien ausgereizt

Was Investoren in die Titel trieb, war vor allem die Euro-Krise. Börsianer suchten in Wohnungsaktien Zuflucht, weil diese Gesellschaften auch in einer Rezession Erträge aus dem Vermietungsgeschäft erzielen können. Dennoch haben die kräftigen Kursgewinne zahlreiche Analysten und Fondsmanager überrascht. Auch Kurz: "Im Nachhinein betrachtet, haben wir die Gagfah-Aktien zu früh verkauft." Dass das Papier so stark steigen würde, habe er nicht erwartet. 15,57 Prozent erzielte sein Europa-Fonds im vergangenen Jahr. Auf den ersten Blick ist das eine höchst attraktive Rendite. Doch die Benchmark, der EPRA Europe Total Return-Index, legte mit 28,7 Prozent fast doppelt so stark zu.

Dass deutsche Wohnungsaktien in diesem Jahr weitere Kurszuwächse verzeichnen werden, glaubt Kurz jedoch nicht: "Das Wachstumspotenzial bei diesen Titeln ist ausgereizt." Das liegt auch daran, dass nach der Euphorie des vergangenen Jahres nun immer mehr Wohnungsunternehmen den Sprung auf das Parkett erwägen. Im Februar brachten bereits die Whitehall-Fonds der Investmentbank Goldman Sachs Chart zeigen und der Hedgefonds Perry Capital die von ihnen 2008 für 3,4 Milliarden Euro vom Land Nordrhein-Westfalen übernommene Wohnungsgesellschaft LEG Chart zeigen an die Börse.

"Eine Reihe weiterer Gesellschaften könnte demnächst folgen", sagt Torsten Klingner, Analyst bei Warburg Research. Zu den aussichtsreichsten Kandidaten zählen nach seiner Einschätzung die vom britischen Finanzinvestor Terra Firma gehaltene Deutsche Annington mit einem Portfolio von mehr als 200.000 Wohnungen im Ruhrgebiet, die Vivawest, die 130.000 Wohneinheiten in Nordrhein-Westfalen besitzt, sowie die Vitus AG mit 30.000 Wohnungen in Westdeutschland.

Eine Welle von Börsengängen könnte jedoch die Aktienkurse aller Branchenunternehmen drücken. Dies liegt am Anlageverhalten von institutionellen Investoren wie Altersvorsorgeeinrichtungen und Versicherungen. Für sie sind Wohnungstitel aufgrund der kontinuierlichen Mieterträge attraktiv. Um ihr investiertes Kapital möglichst breit im Sektor zu streuen, dürften sie einen Teil der bereits von ihnen gehalten Werte verkaufen und in Papiere der Börsenneulinge umschichten.

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