Sonntag, 26. April 2015

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Erst Frankfurt, jetzt München Anlageskandal S&K - die Razzien gehen weiter

Staatlicher Besuch bei S&K: Bilder von der Razzia in Frankfurt
Fotos
Bernhard L. Lacroix

Die Großrazzia gegen die Frankfurter Immobiliengruppe S&K geht weiter. Nun werden Gebäude von ehemaligen Töchtern des Fondshauses DCM in München durchsucht. Die Firmen waren 2012 von S&K übernommen worden und verwalten Immobilienfonds mit Milliardenvolumen.

Hamburg - Staatliche Ermittler durchsuchen am Mittwoch die Räumlichkeiten der DCM Verwaltungs GmbH sowie der DCM Service GmbH in München. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft Frankfurt auf Anfrage von manager magazin online. Bei den Unternehmen handelt es sich um ehemalige Töchter des Fondsemissionshauses DCM, die im vorigen Jahr an die Frankfurter S&K Immobiliengruppe verkauft worden waren.

Die Durchsuchungen stehen im Zusammenhang mit der Großrazzia gegen S&K am gestrigen Dienstag, über die manager magazin online exklusiv berichtet hatte. Unter Federführung der Frankfurter Staatsanwaltschaft hatten bundesweit rund 1200 Beamte an etwa 130 Orten Privat- und Geschäftsräume von S&K sowie deren Partnerfirmen durchsucht. Mehrere Personen wurden festgenommen, sechs davon aufgrund von Haftbefehlen. Der Vorwurf lautet auf bandenmäßigen Betrug mit einem Schaden im hohen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich.

S&K soll gemeinsam mit Partnern ein umfangreiches Schneeballsystem aufgebaut haben. Ein Großteil der Gelder sei für den ausschweifenden Lebenstil der Verantwortlichen verwendet worden, heißt es.

Bei DCM sowie den beiden betroffenen Unternehmen war für eine Stellungnahme niemand erreichbar, ebensowenig wie bei S&K in Frankfurt.

Die durchsuchten Ex-DCM-Unternehmen verwalten und managen noch laufende DCM-Immobilienfonds mit einem Volumen von mehr als zwei Milliarden Euro. Nach Berechnung von manager magazin online stecken darin Anlegergelder von rund 1,1 Milliarden Euro.

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