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20.02.2013
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Erst Frankfurt, jetzt München
Anlageskandal S&K - die Razzien gehen weiter

Von Christoph Rottwilm

Staatlicher Besuch bei S&K: Bilder von der Razzia in Frankfurt
Fotos
Bernhard L. Lacroix

Die Großrazzia gegen die Frankfurter Immobiliengruppe S&K geht weiter. Nun werden Gebäude von ehemaligen Töchtern des Fondshauses DCM in München durchsucht. Die Firmen waren 2012 von S&K übernommen worden und verwalten Immobilienfonds mit Milliardenvolumen.

Hamburg - Staatliche Ermittler durchsuchen am Mittwoch die Räumlichkeiten der DCM Verwaltungs GmbH sowie der DCM Service GmbH in München. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft Frankfurt auf Anfrage von manager magazin online. Bei den Unternehmen handelt es sich um ehemalige Töchter des Fondsemissionshauses DCM, die im vorigen Jahr an die Frankfurter S&K Immobiliengruppe verkauft worden waren.

Die Durchsuchungen stehen im Zusammenhang mit der Großrazzia gegen S&K am gestrigen Dienstag, über die manager magazin online exklusiv berichtet hatte. Unter Federführung der Frankfurter Staatsanwaltschaft hatten bundesweit rund 1200 Beamte an etwa 130 Orten Privat- und Geschäftsräume von S&K sowie deren Partnerfirmen durchsucht. Mehrere Personen wurden festgenommen, sechs davon aufgrund von Haftbefehlen. Der Vorwurf lautet auf bandenmäßigen Betrug mit einem Schaden im hohen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich.

S&K soll gemeinsam mit Partnern ein umfangreiches Schneeballsystem aufgebaut haben. Ein Großteil der Gelder sei für den ausschweifenden Lebenstil der Verantwortlichen verwendet worden, heißt es.

Bei DCM sowie den beiden betroffenen Unternehmen war für eine Stellungnahme niemand erreichbar, ebensowenig wie bei S&K in Frankfurt.

Die durchsuchten Ex-DCM-Unternehmen verwalten und managen noch laufende DCM-Immobilienfonds mit einem Volumen von mehr als zwei Milliarden Euro. Nach Berechnung von manager magazin online stecken darin Anlegergelder von rund 1,1 Milliarden Euro.

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S&K kontrolliert Immobilienfonds

  • DCM
    Ende 2012 veröffentlichte die Münchener DCM AG eine Pressemitteilung, mit der sie darüber informierte, dass sie die Tochtergesellschaften DCM Service GmbH sowie DCM Verwaltungs GmbH bereits Mitte des Jahres verkauft hat. Käufer war die S&K Assets GmbH aus Frankfurt am Main, eine Gesellschaft der S&K Unternehmensgruppe.
    Die DCM Service GmbH war bis dato für die Anlegerbetreuung nahezu aller Fonds der DCM AG zuständig. Die DCM Verwaltungs GmbH hatte die Funktion der Komplementärin in nahezu allen von DCM seit 1999 aufgelegten Fonds. Faktiv kontrolliert S&K damit das Management noch laufender DCM-Immobilienfonds mit einem Volumen von nach Berechnung von manager magazin online rund 2,3 Milliarden Euro.
  • SHB
    Ende vergangenen Jahres übernahm S&K auch die Kontrolle über das Emissionshaus SHB sowie über das Management der SHB-Immobilienfonds. Der eigenen Website zufolge hat SHB bislang sechs Immobilienfonds aufgelegt. Zehntausende Anleger dürften im Laufe der Jahre einen mittleren bis hohen dreistelligen Millionenbetrag in die Fonds eingezahlt haben. Insgesamt stehen die SHB-Fonds nach Unternehmensangaben für ein Investitionsvolumen von rund 1,8 Milliarden Euro.

So fließen Anlegergelder an S&K

  • Sachwert & Partner
    Die Gesellschaft Sachwert & Partner S+P Management AG als Teil der S&K-Gruppe fungiert nach eigener Darstellung als Servicegesellschaft für die Asset Trust AG sowie die Deutsche Sachwert Emissionshaus AG. Asset Trust betrieb zumindest in der Vergangenheit ein umstrittenes Geschäft mit "gebrauchten" Lebensversicherungspolicen. Dabei wurden, kurz gesagt, Versicherte dazu bewegt, laufende Police gegen Investments in S&K zu tauschen. Über die Deutsche Sachwert Emissionshaus AG beteiligen sich Anleger in verschiedenen Modellen ebenfalls am S&K-Geschäft.
  • United Investors
    Auch Gelder aus geschlossenen Fonds stecken in der S&K-Gruppe. Eine Kooperation mit dem Hamburger Emissionshaus United Investors etwa brachte bislang schätzungsweise einen zweistelligen Millionenbetrag. United Investors hat bislang drei Fonds aufgelegt, über die Anleger in S&K investieren.
  • Midas
    Die Übernahme der Midas-Gruppe durch S&K führte ebenso zu zusätzlichen Mittelzuflüssen. Das Emissionshaus Midas ist spezialisiert auf Private-Equity- beziehungsweise Mittelstandsfonds. Insgesamt sechs solcher Beteiligungsgesellschaften mit einem Gesamtvolumen von 80 bis 100 Millionen Euro hat das Unternehmen bereits am Markt untergebracht.

    Seit Midas-Gründer Axel Bauer das Fondshaus im Jahr 2011 in die Hände von Schäfer und Köller übergab, fließt zumindest ein Teil der Gelder auch in deren Immobiliengeschäfte. Das können die Anleger allerdings offenbar durchaus kritisch sehen, wie ein Beispiel zeigt.

    Nach Gesellschafterbeschluss werden die liquiden Mittel des Midas Mittelstandsfonds Nr. 2 seit Kurzem der S&K-Tochter S&K Assets GmbH zur Verfügung gestellt. "Da die S&K Assets GmbH weitere Darlehen zur Finanzierung aufgenommen hat, kann das Unternehmen die Mittel des Fonds nutzen, um ihre eigenen Schulden zu befriedigen", sagt Rechtsanwalt Marc Gericke von der Kanzlei Göddecke in Siegburg, der bereits einen Midas-Anleger vertritt. Hinzu kommt: Aufgrund von Verflechtungen innerhalb der S&K-Gruppe, müssen die Fondsanleger nach Angaben von Gericke möglicherweise auch für Verbindlichkeiten der S&K Assets GmbH aufkommen, die sie überhaupt noch nicht kennen.

    "Die Darlehensverbindlichkeiten der S&K Assets GmbH werden erst in sechs Jahren fällig und können gemäß Darlehensvertrag nicht früher getilgt werden", erwidert darauf S&K-Chef Jonas Köller. "Demnach könnten wir nicht einmal diese Verbindlichkeiten aus Midas-Mitteln bedienen, selbst wenn das beabsichtigt wäre." Die über Midas erhaltenen Mittel seien "ordnungsgemäß im Rahmen unserer Investmentstrategie" eingesetzt worden.








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