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19.02.2013
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Betrugsverdacht
Großrazzia gegen S&K-Gruppe - mehr als 1000 Ermittler im Einsatz

Von Christoph Rottwilm

Frankfurt im Dunkeln: Die Immobiliengruppe S&K befindet sich im Visier der Behörden
DPA

Frankfurt im Dunkeln: Die Immobiliengruppe S&K befindet sich im Visier der Behörden

Staatliche Ermittler haben Räumlichkeiten der Frankfurter Immobiliengruppe S&K durchsucht. Nach Informationen von manager magazin online wird der Firma Untreue und Betrug vorgeworfen. Sechs Verdächtige sind bereits festgenommen worden.

Hamburg - Die Frankfurter Staatsanwaltschaft führt gegenwärtig eine Razzia gegen die Immobilienfirma S&K mit Hauptsitz in Frankfurt am Main durch. Durchsucht werden nach Informationen von manager magazin online mehr als 100 Räumlichkeiten in Frankfurt am Main, Hamburg und weiteren Orten in ganz Deutschland. Der Verdacht lautet den Informationen zufolge auf Untreue und Betrug.

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat die Razzia inzwischen bestätigt. An den 130 Durchsuchungen mit Schwerpunkten in Hessen, Hamburg und Bayern haben rund 1200 Ermittlungsbeamte teilgenommen, wie die Justiz am Dienstag mitteilte. Laut einer Justizsprecherin sind bereits sechs Verdächtige im Alter zwischen 33 und 70 Jahren verhaftet worden. Insgesamt werde gegen etwa 50 Beschuldigte ermittelt, weitere Haftbefehle gebe es derzeit nicht. Unter den Beschuldigten sind auch mehrere Notare und Rechtsanwälte.

Bei S&K handelt es sich um das Unternehmen der Gründer Stephan Schäfer und Jonas Köller. Die Firma betreibt eigenen Angaben zufolge Immobilienhandel und verwaltet angeblich bereits einen Immobilienbestand mit einem Volumen von über 1,7 Milliarden Euro.

Zudem werden laut Website Beteiligungen an Finanzdienstleistern mit Provisionserlösen von rund 100 Millionen Euro pro Jahr gehalten, heißt es. Auch Geschäfte mit institutionellen Investoren werden angeblich gemacht. Deren Namen nannte S&K allerdings auf Anfrage von manager magazin online vor einigen Monaten nicht.

Schon länger verfolgen Anlegerschützer und Marktkenner die Aktivitäten der S&K-Gruppe skeptisch. manager magazin online berichtete vor wenigen Tagen über die Ausbreitung des Unternehmens im Bereich geschlossener Immobilienfonds.

Zudem schilderte manager magazin online vor Wochen, wie das Unternehmen bei der Bewertung von Immobilien aus dem eigenen Bestand augenscheinlich mogelt und so den eigenen Bestand offenbar künstlich in die Höhe treibt.

Von S&K war dazu keine Stellungnahme zu bekommen.

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S&K kontrolliert Immobilienfonds

  • DCM
    Ende 2012 veröffentlichte die Münchener DCM AG eine Pressemitteilung, mit der sie darüber informierte, dass sie die Tochtergesellschaften DCM Service GmbH sowie DCM Verwaltungs GmbH bereits Mitte des Jahres verkauft hat. Käufer war die S&K Assets GmbH aus Frankfurt am Main, eine Gesellschaft der S&K Unternehmensgruppe.
    Die DCM Service GmbH war bis dato für die Anlegerbetreuung nahezu aller Fonds der DCM AG zuständig. Die DCM Verwaltungs GmbH hatte die Funktion der Komplementärin in nahezu allen von DCM seit 1999 aufgelegten Fonds. Faktiv kontrolliert S&K damit das Management noch laufender DCM-Immobilienfonds mit einem Volumen von nach Berechnung von manager magazin online rund 2,3 Milliarden Euro.
  • SHB
    Ende vergangenen Jahres übernahm S&K auch die Kontrolle über das Emissionshaus SHB sowie über das Management der SHB-Immobilienfonds. Der eigenen Website zufolge hat SHB bislang sechs Immobilienfonds aufgelegt. Zehntausende Anleger dürften im Laufe der Jahre einen mittleren bis hohen dreistelligen Millionenbetrag in die Fonds eingezahlt haben. Insgesamt stehen die SHB-Fonds nach Unternehmensangaben für ein Investitionsvolumen von rund 1,8 Milliarden Euro.

So fließen Anlegergelder an S&K

  • Sachwert & Partner
    Die Gesellschaft Sachwert & Partner S+P Management AG als Teil der S&K-Gruppe fungiert nach eigener Darstellung als Servicegesellschaft für die Asset Trust AG sowie die Deutsche Sachwert Emissionshaus AG. Asset Trust betrieb zumindest in der Vergangenheit ein umstrittenes Geschäft mit "gebrauchten" Lebensversicherungspolicen. Dabei wurden, kurz gesagt, Versicherte dazu bewegt, laufende Police gegen Investments in S&K zu tauschen. Über die Deutsche Sachwert Emissionshaus AG beteiligen sich Anleger in verschiedenen Modellen ebenfalls am S&K-Geschäft.
  • United Investors
    Auch Gelder aus geschlossenen Fonds stecken in der S&K-Gruppe. Eine Kooperation mit dem Hamburger Emissionshaus United Investors etwa brachte bislang schätzungsweise einen zweistelligen Millionenbetrag. United Investors hat bislang drei Fonds aufgelegt, über die Anleger in S&K investieren.
  • Midas
    Die Übernahme der Midas-Gruppe durch S&K führte ebenso zu zusätzlichen Mittelzuflüssen. Das Emissionshaus Midas ist spezialisiert auf Private-Equity- beziehungsweise Mittelstandsfonds. Insgesamt sechs solcher Beteiligungsgesellschaften mit einem Gesamtvolumen von 80 bis 100 Millionen Euro hat das Unternehmen bereits am Markt untergebracht.

    Seit Midas-Gründer Axel Bauer das Fondshaus im Jahr 2011 in die Hände von Schäfer und Köller übergab, fließt zumindest ein Teil der Gelder auch in deren Immobiliengeschäfte. Das können die Anleger allerdings offenbar durchaus kritisch sehen, wie ein Beispiel zeigt.

    Nach Gesellschafterbeschluss werden die liquiden Mittel des Midas Mittelstandsfonds Nr. 2 seit Kurzem der S&K-Tochter S&K Assets GmbH zur Verfügung gestellt. "Da die S&K Assets GmbH weitere Darlehen zur Finanzierung aufgenommen hat, kann das Unternehmen die Mittel des Fonds nutzen, um ihre eigenen Schulden zu befriedigen", sagt Rechtsanwalt Marc Gericke von der Kanzlei Göddecke in Siegburg, der bereits einen Midas-Anleger vertritt. Hinzu kommt: Aufgrund von Verflechtungen innerhalb der S&K-Gruppe, müssen die Fondsanleger nach Angaben von Gericke möglicherweise auch für Verbindlichkeiten der S&K Assets GmbH aufkommen, die sie überhaupt noch nicht kennen.

    "Die Darlehensverbindlichkeiten der S&K Assets GmbH werden erst in sechs Jahren fällig und können gemäß Darlehensvertrag nicht früher getilgt werden", erwidert darauf S&K-Chef Jonas Köller. "Demnach könnten wir nicht einmal diese Verbindlichkeiten aus Midas-Mitteln bedienen, selbst wenn das beabsichtigt wäre." Die über Midas erhaltenen Mittel seien "ordnungsgemäß im Rahmen unserer Investmentstrategie" eingesetzt worden.








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