Montag, 27. April 2015

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Betrugsverdacht Großrazzia gegen S&K-Gruppe - mehr als 1000 Ermittler im Einsatz

Frankfurt im Dunkeln: Die Immobiliengruppe S&K befindet sich im Visier der Behörden

Staatliche Ermittler haben Räumlichkeiten der Frankfurter Immobiliengruppe S&K durchsucht. Nach Informationen von manager magazin online wird der Firma Untreue und Betrug vorgeworfen. Sechs Verdächtige sind bereits festgenommen worden.

Hamburg - Die Frankfurter Staatsanwaltschaft führt gegenwärtig eine Razzia gegen die Immobilienfirma S&K mit Hauptsitz in Frankfurt am Main durch. Durchsucht werden nach Informationen von manager magazin online mehr als 100 Räumlichkeiten in Frankfurt am Main, Hamburg und weiteren Orten in ganz Deutschland. Der Verdacht lautet den Informationen zufolge auf Untreue und Betrug.

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat die Razzia inzwischen bestätigt. An den 130 Durchsuchungen mit Schwerpunkten in Hessen, Hamburg und Bayern haben rund 1200 Ermittlungsbeamte teilgenommen, wie die Justiz am Dienstag mitteilte. Laut einer Justizsprecherin sind bereits sechs Verdächtige im Alter zwischen 33 und 70 Jahren verhaftet worden. Insgesamt werde gegen etwa 50 Beschuldigte ermittelt, weitere Haftbefehle gebe es derzeit nicht. Unter den Beschuldigten sind auch mehrere Notare und Rechtsanwälte.

Bei S&K handelt es sich um das Unternehmen der Gründer Stephan Schäfer und Jonas Köller. Die Firma betreibt eigenen Angaben zufolge Immobilienhandel und verwaltet angeblich bereits einen Immobilienbestand mit einem Volumen von über 1,7 Milliarden Euro.

Zudem werden laut Website Beteiligungen an Finanzdienstleistern mit Provisionserlösen von rund 100 Millionen Euro pro Jahr gehalten, heißt es. Auch Geschäfte mit institutionellen Investoren werden angeblich gemacht. Deren Namen nannte S&K allerdings auf Anfrage von manager magazin online vor einigen Monaten nicht.

Schon länger verfolgen Anlegerschützer und Marktkenner die Aktivitäten der S&K-Gruppe skeptisch. manager magazin online berichtete vor wenigen Tagen über die Ausbreitung des Unternehmens im Bereich geschlossener Immobilienfonds.

Zudem schilderte manager magazin online vor Wochen, wie das Unternehmen bei der Bewertung von Immobilien aus dem eigenen Bestand augenscheinlich mogelt und so den eigenen Bestand offenbar künstlich in die Höhe treibt.

Von S&K war dazu keine Stellungnahme zu bekommen.

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