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01.02.2013
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SNS Reaal
Niederlande verstaatlichen viertgrößte Bank

SNS-Reaal-Kunden: Die Bank gilt in den Niederlanden als systemrelevant
AP

SNS-Reaal-Kunden: Die Bank gilt in den Niederlanden als systemrelevant

Die Immobilienkrise in den Niederlanden fordert ein weiteres Opfer. Wegen fauler Kredite fängt der Staat den Finanzkonzern SNS Reaal auf und übernimmt damit seine dritte Bank. Das soll die Steuerzahler 3,7 Milliarden Euro kosten.

Den Haag - Die Niederlande müssen das angeschlagene Finanzunternehmen SNS Reaal verstaatlichen. Dies werde insgesamt 3,7 Milliarden Euro kosten, sagte der Finanzminister des Landes, Jeroen Dijsselbloem, am Freitag. Das Institut solle eine Kapitalspritze in Höhe von 2,2 Milliarden Euro bekommen. Zusätzlich seien Kredite im Volumen von 1,1 Milliarden Euro und Bürgschaften von fünf Milliarden vorgesehen. Die Rettung werde die Haushaltslage dieses Jahr entsprechend verschlechtern.

Das Haushaltsdefizit für 2013 werde um 0,6 Prozentpunkte vom Bruttoinlandsprodukt steigen und über den von der EU geforderten 3 Prozent liegen, die Staatsverschuldung nehme um 1,6 Milliarden Euro zu, erklärte Dijsselbloem. "Mit diesem Eingriff wurden große Probleme für die finanzielle Stabilität und die Wirtschaft verhindert", betonte der Minister. Er wollte sich nicht zur Frage äußern, ob der Sparkurs des Euro-Landes verschäft werden müsse.

Seit Monaten hat SNS Reaal Chart zeigen vergeblich versucht, Firmenteile zu verkaufen und seine Refinanzierungssituation zu verbessern. Gespräche mit privaten Investoren seien gescheitert, hieß es am Freitag. Ende Januar war eine Frist für SNS abgelaufen. Bis zu diesem Zeitpunkt hätte die Bank einen Rettungsplan vorlegen müssen.

Dijsselbloem, der erst seit kurzem neuer Chef der Euro-Gruppe ist, wird den Rettungsplan der EU-Kommission vorlegen. Brüssel hatte im Januar einen Rettungsplan abgelehnt, nach dem sich die drei größten Systembanken des Landes finanziell an SNS Reaal beteiligen sollten. Die ING und ABN Amro, die mithelfen sollten, hatten aber schon Staatshilfen erhalten.

SNS ist der viertgrößte Allfinanzkonzern der Niederlande, der seinen Kunden Bank- und Versicherungsprodukte anbietet. Das Unternehmen hatte bereits 2008 auf dem Höhepunkt der Finanzkrise 750 Millionen Euro vom Staat erhalten. Jetzt leidet der Konzern unter Wertverlusten aus seinem Immobilienengagement - obwohl das laufende Geschäft profitabel ist.

Altlast der ABN Amro zieht SNS nach unten

2006 hatte SNS der ABN Amro für 9,8 Milliarden Euro Hypothekenforderungen abgekauft, bevor diese in der 70 Milliarden Euro teuren Rekordübernahme von Fortis, Royal Bank of Scotland Chart zeigen und Santander Chart zeigen filetiert wurde. Anschließend übernahm der niederländische Staat Teile der finanziell überforderten belgischen Fortis-Gruppe und erweckte die ABN Amro wieder zu Leben. Im Jahr 2009 fing die Zentralbank zudem die kleine, aber ebenfalls stark im Immobiliengeschäft aktive Privatbank DSB auf.

Die Niederlanden hatten im Jahr 2011 vier heimische Banken als systemrelevant eingestuft, neben den Großbanken ING Chart zeigen, ABN Amro und der genossenschaftlichen Rabobank auch die SNS Reaal. Damit sind höhere Eigenkapitalpuffer im Gegenzug zu einer staatlichen Überlebensgarantie verbunden.

Die Niederlande erlebten in den 2000er Jahren eine Spekulationsblase auf Immobilienpreise ähnlich wie in den USA, Spanien oder Irland. Seit die Preise wieder fallen, sind viele Hauskäufer überschuldet, die Wirtschaft steckt in einer tiefen Rezession und Banken sitzen auf Bergen fauler Kredite.

ak/rtr/dpa

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