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25.01.2013
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Luxusimmobilien
Cameron vergrault Auslandmillionäre aus London

Von Martin Hintze

Skyline der Londoner City: Die Steuern auf Immobilienkäufe steigen
REUTERS

Skyline der Londoner City: Die Steuern auf Immobilienkäufe steigen

Londons Immobilienmarkt zog ausländisches Kapital lange an wie ein Magnet. In den Toplagen explodierten die Häuserpreise. Doch dem Boom droht die Vollbremsung: Die Ankündigung höherer Steuern hat bereits Käufer verschreckt - und jetzt kommt die ungewisse EU-Zukunft Londons hinzu.

Hamburg - Von der Wirtschaftsflaute in Großbritannien haben die Nobelmakler im Zentrum Londons bislang nichts gemerkt. Allein in den vergangenen drei Jahren sind die ohnehin schon hohen Hauspreise in den begehrten Vierteln rund um den Hyde Park um mehr als ein Drittel gestiegen und liegen 24 Prozent über dem Höchstwert aus dem Jahr 2007. Der Treibstoff des Booms: ausländisches Kapital. "Die internationale Nachfrage hat die Preise in die Höhe geschraubt", sagt Liam Bailey vom Makler Knight Frank.

Doch die Krise im Königreich könnte in diesem Jahr auch die noblen Gegenden der Hauptstadt erreichen. Erstmals seit 2009 prognostizieren Marktbeobachter für 2013 keinen überproportionalen Preisanstieg, sondern Stillstand. Die Marktforscher des Maklers Savallis rechnen mit einem Nullwachstum, ebenso Knight Frank und der Maklerverband RICS.

Erste Bremsspuren zeigten sich bereits in den vergangenen Monaten. Laut Savallis stiegen die Kaufpreise für Wohnimmobilien im vergangenen Jahr nur noch um 5 Prozent, der Großteil des Anstiegs entfiel dabei auf das erste Quartal. Zwischen Oktober und Dezember waren es lediglich noch 0,6 Prozent. Und jetzt verschreckt Großbritanniens Premier David Cameron womöglich auch noch das große internationale Geld aus Englands Kapitale, von dem sie doch so abhängig ist.

Cameron hatte Großbritannien und die gesamte Europäische Union vorgestern damit überrascht, ein Referendum über den EU-Austritt Großbritanniens abhalten lassen zu wollen. "Würde Großbritannien dadurch den Zugang zum gemeinsamen europäischen Markt verlieren, wäre das Ergebnis der weitgehende wirtschaftliche Zusammenbruch Großbritanniens", sagt Berenberg-Volkswirt Holger Schmieding, der selbst in London arbeitet. "Groß-London ist das Dienstleistungszentrum für Europa. Wenn das seinen Markt verliert, ist es in London zappenduster."

Käufe über Cayman-Inseln werden teurer

Der Grund: Gerade für den Finanzmarkt würde die den Briten Auflagen machen, "britische Institute würden gezwungen, ihren Firmensitz aus London weg in die EU zu verlegen", sagt Schmieding voraus. Und die Banktürme der Geldhäuser in der City Londons bestimmen geradezu den Immobilienmarkt im Herzen Londons. Ziehen die Banker weg, stünden mehr und mehr Türme leer - und ein Preisrutsche im Bereich der Gewerbeimmobilien könnten die Folge sein. Doch schon jetzt haben manche Segmente des Londoner Immobilienmarkts ein Problem.

Was ist geschehen? Bereits im März 2012 kündigte die Regierung von Premier David Cameron Steueränderungen für Immobilienkäufer an. Das Ziel: Die Staatskasse braucht dringend mehr Einnahmen, um den Schuldenberg abzutragen. Finanzminister Georg Osborne hat es dabei auf ausländische Hauskäufer abgesehen, die luxuriösen Anwesen häufig über Firmen in Steueroasen wie den Cayman-Inseln kaufen. Dadurch blieben die Investoren anonym und profitierten von sehr niedrigen Steuersätzen.

Jetzt werden die vermögenden Käufer aus dem Ausland zu Kasse gebeten: Osborne führte eine Steuer von 15 Prozent für alle Wohnimmobilien ein, die von ausländischen Unternehmen gekauft werden. Für alle anderen Käufer steigt der Steuersatz von 5 auf 7 Prozent, wenn sie Immobilien im Wert von über zwei Millionen Pfund (rund 2,5 Millionen Euro) kaufen. Das ließ die Begeisterung für neue Immobilienkäufe internationaler Anleger in London bereits sinken.

Hinzu kommt aber auch noch eine jährliche Steuer von bis zu 140.000 Pfund für ausländische Käufer, die sich am Wert der Immobilie bemisst. "Diese Steuer wird jährlich um die Höhe der Inflationsrate angehoben", sagt Lucian Cook von Savallis. Auch bei Verkäufen langt Osborne stärker zu, 28 Prozent der Gewinne landen in der Staatskasse. Auch diese Abgabe trifft nur Ausländer, die über Firmen auf dem Immobilienmarkt agieren. Auch das hatte für Londons Immobilienmarkt keine guten Folgen.

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