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05.12.2012
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Hausfinanzierung
Kreditkunden verschenken Millionen Euro

Von Christoph Rottwilm

Der richtige Weg zum Hauskredit: Worauf Hauskäufer achten müssen
Fotos
dapd

Trotz historisch niedriger Zinsen bekommt nicht jeder Immobilienkäufer seinen Kredit zu den günstigsten Konditionen. Vor allem Eigenheimbesitzer, die laufende Darlehen verlängern, machen oft teure Fehler: Sie scheuen die umfassende Marktrecherche - und verschenken Millionensummen.

Hamburg - Die historisch niedrigen Hypothekenzinsen lassen nicht nur Käufer von Häusern und Eigentumswohnungen frohlocken. Auch Immobilienbesitzer, deren laufender Kredit zur Verlängerung ansteht, haben enorme Einsparmöglichkeiten. Immerhin kann sich der Zins eines Immobilienkredits bei zehnjähriger Laufzeit je nach finanzieller Situation des Darlehensnehmers derzeit zwischen 2 und 3 Prozent bewegen. Damit liegt er ungefähr nur halb so hoch gegenüber der Situation vor zehn Jahren.

Ein Zahlenbeispiel macht deutlich, was das bedeutet: Hans Cleverbauer (fiktive Person) hat 2002 einen Kredit über 180.000 Euro aufgenommen, zu einem Zinssatz von seinerzeit 5,4 Prozent. Cleverbauer entschied sich für eine 2-prozentige Tilgung, was zu einer monatlichen Rate von etwa 1110 Euro führte. Seine Restschuld im Jahr 2012, zum Zeitpunkt des Auslaufens der Zinsbindungsfrist also, beträgt damit 132.404 Euro.

Gegenwärtig kann Cleverbauer seinen Kredit zu einem Zins von beispielsweise 2,8 Prozent verlängern. Das eröffnet ihm zwei Möglichkeiten: Belässt er seine Tilgung bei 2 Prozent pro Jahr, so sinkt seine monatliche Rate nach den neuen Konditionen auf künftig nur noch 530 Euro. Dann sitzt Cleverbauer 2022 allerdings immer noch auf einer Restschuld von gut 100.000 Euro. Und wer weiß, wie sich die Hypothekenzinsen in den kommenden zehn Jahren entwickeln werden.

Attraktiver erscheint daher Variante zwei: Cleverbauer belässt die monatliche Rate unverändert und steckt die Zinsersparnis in einen zusätzlichen Kreditabbau. Er käme dann auf einen Tilgungssatz von stolzen 7,26 Prozent pro Jahr, was seine Schulden bis 2022 auf nur noch 21.618 Euro schrumpfen lassen würde, wie Felix Schnellbacher vom Verband deutscher Pfandbriefbanken (VdP) vorrechnet.

Banken behandeln alte Kunden schlechter als neue

Das Beispiel zeigt, welche Erleichterungen das inzwischen gesunkene Zinsniveau Immobilienbesitzern verschaffen kann, die schon vor Jahren mit der Finanzierung begonnen haben.

Die Krux ist allerdings: Um in den vollen Genuss der Ersparnis zu kommen, müssen die Kreditkunden einiges tun. Denn nicht jede Bank bietet gleichermaßen günstige Konditionen. Und dass ausgerechnet jenes Institut, bei dem bereits die bisherige Finanzierung läuft, aktuell das günstigste ist, erscheint bei mehreren hundert Geldhäusern, die in Deutschland am Markt für Immobilienfinanzierungen aktiv sind, sehr unwahrscheinlich.

Eher schon im Gegenteil: Nach Beobachtung von Marktkennern neigen einige Banken dazu, ihren Bestandskunden, die einen laufenden Kredit verlängern wollen, Zinsen zu offerieren, die deutlich weniger attraktiv sind, als jene für neue Kunden. "Wir haben die Erfahrungen gemacht, dass manche Banken Bestandskunden eine schlechtere Kondition bieten, als dies bei einem Neugeschäftskunden der Fall ist", sagt etwa Stephan Gawarecki, Vorstand beim Baugeldvermittler Dr. Klein.

Die Banken spekulieren offenbar auf die Trägheit ihrer Kunden: Viele Immobilienbesitzer scheuen den Aufwand, sich nach zehn Jahren komplett neu am Markt zu orientieren. Auch die Mühe, einem möglichen neuen Institut noch einmal die gesamte persönliche Finanzsituation offenzulegen, ist ihnen offenbar zu groß.

Zudem bemühen sich die Banken nicht eben, den Kunden auf die Sprünge zu helfen. So gab in einer Umfrage von ING-Diba und der Vermittlungsplattform Interhyp der weitaus größte Teil aller befragten Kreditkunden an, von ihrem Institut nicht aktiv über die Möglichkeiten bei der Anschlussfinanzierung beraten worden zu sein. Etwa drei Viertel der Umfrageteilnehmer etwa erhielten von der Bank lediglich ein Standardschreiben zur Prolongation. Nur 6 Prozent wurden auf die Optimierungschancen hingewiesen.

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