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28.11.2012
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US-Immobilien
Das Comeback des Jahres

Von Arvid Kaiser

US-Häuserpreise: Wo der Immobilienmarkt wieder boomt
Fotos
REUTERS

In Amerikas Baubranche regt sich neues Leben. Nach der tiefen Immobilienkrise, die den Rest der Wirtschaft in die Misere riss, übersteigt wieder die Nachfrage das Angebot. Steigende Häuserpreise helfen der Konjunktur - fast überall im Land.

Hamburg - Der Tag, an dem sich Lehman Brothers mit einem Milliardendeal auf dem Markt meldet, muss einfach für eine neue Normalität stehen. Gut vier Jahre nach dem Kollaps der Investmentbank mit verheerenden Folgen verkauft ihr Nachlassverwalter die Immobiliengesellschaft Archstone. 6,5 Milliarden Dollar nimmt er dafür ein, noch vor Wochenfrist war ein nur halb so voluminöser Börsengang geplant.

Das ist gut für die Lehman-Gläubiger, die auf eine höhere Ausschüttungsquote hoffen können. Es ist aber auch ein gutes Zeichen für den Zustand des US-Immobilienmarkts, dass Fonds wieder zu so großen Investitionen bereit sind - und beileibe nicht das einzige Zeichen an diesem Dienstag.

Der Case-Shiller-Index, das wichtigste Barometer für den Immobilienmarkt, stieg im September zum achten Mal in Folge. Demnach sind Häuser in 20 ausgewählten Metropolen jetzt 3 Prozent teurer als vor einem Jahr, fast 5 Prozent teurer als auf dem im Januar erreichten Tiefpunkt - aber immer noch 30 Prozent billiger als zu Krisenbeginn im April 2006. Besonders in einstigen Epizentren der Krise wie Phoenix oder San Francisco geht es wieder steil bergauf. Nur New York und Chicago bremsen gegen den Trend.

Der ebenfalls am Dienstag veröffentlichte Hauspreisindex der Bundesbehörde FHFA stieg mit 0,2 Prozent auf Monatssicht weniger als erwartet, zeigt aber für die eher höherpreisigen, von den halbstaatlichen Agenturen Fannie Mae und Freddie Mac abgesicherten Immobilien ebenfalls ein klares Plus auf Jahressicht.

Ökonom Humphries: "Alle Indikatoren weisen in die richtige Richtung"

Noch wichtiger wohl ist das Verbrauchervertrauen, das laut dem Forschungsinstitut Conference Board mit 73,7 Punkten im November so gut ist wie seit Februar 2008 nicht mehr. Das gute Klima schlägt sich auch in harten Daten vom privaten Konsum nieder. Der Zusammenhang zu den Häuserpreisen ist unmittelbar: Die Überschuldung der Amerikaner war neben dem schwachen Arbeitsmarkt in den vergangenen Jahren der Hauptgrund für ihre Kaufzurückhaltung.

Nun ist laut dem Immobilienmarktportal Zillow der Anteil der Hausbesitzer, deren Hypothekenschulden den Marktwert ihrer Häuser übersteigt, dank steigender Hauspreise unter 30 Prozent gefallen. Zillow-Chefökonom Stan Humphries spricht von "einer stabilen Gesundung". "Suchen Sie sich einen Indikator aus, sie alle weisen in die richtige Richtung." Wohl am wichtigsten für die Realwirtschaft: Die Zahl der Baubeginne stieg im Oktober, aufs Jahr hochgerechnet, auf knapp 900.000 - fast wieder historisches Normalniveau. Baufirmen und Handwerker bekommen wieder genug zu tun, werden in manchen Regionen gar rar.

Allein die Kraft von Bauinvestitionen und Konsum macht die USA derzeit zum stärksten Pfeiler der Weltwirtschaft. Für einen vollen Aufschwung fehlen noch Investitionen von Unternehmen und Staat, der gerade vor dem "fiskalischen Kliff" steht. Doch "sollte eine politische Einigung einmal mehr in allerletzter Minute erzielt werden, dann können die zurückgehaltenen Investitionsobjekte Anfang 2013 durchaus nachgeholt werden und hierdurch zusätzlichen Schub generieren", erklärt Volkswirt Rudolf Besch von der Dekabank. Dann wäre das wirtschaftliche Comeback des Jahres 2012 komplett.

Wo der Immobilienmarkt wieder boomt

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