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28.12.2012
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Immobilienkauf
Auf Schnäppchenjagd im Amtsgericht

Von Beatrix Boutonnet

Unterm Hammer: Auf Zwangsversteigerungen lassen sich mitunter günstig Immobilien erwerben
DDP

Unterm Hammer: Auf Zwangsversteigerungen lassen sich mitunter günstig Immobilien erwerben

Im Immobilienboom steigt auch das Interesse privater Anleger an Zwangsversteigerungen. Das Angebot notleidender Objekte nimmt zwar ab, und die Auktionspreise steigen - wer richtig vorgeht, kann aber nach wie vor im Amtsgericht ein Schnäppchen machen. manager magazin online sagt, wie.

Hamburg - Zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten: Nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland interessieren sich immer mehr Immobilienkäufer für Zwangsversteigerungen. Lange war dieser Markt vor allem für Profis interessant: für Banken, geschlossene Fonds und Unternehmen, die sich auf Zwangsversteigerungsobjekte spezialisiert haben.

Sie ersteigerten die unter den Hammer gekommenen Immobilien günstig, renovierten sie und konnten sie mit guten Gewinnen wieder veräußern. Inzwischen aber hat der Markt sich gewandelt. Die Konkurrenz ist härter geworden. Günstige Gelegenheiten, bei denen sich die verkaufsnotwendigen Rendite erzielen lassen, sind deutlich seltener geworden.

"Wohnungen bis zu einem Volumen von fünf Millionen Euro schnappen uns inzwischen vermögende Einzelpersonen weg", ist bei den Profis seit der Finanzkrise immer häufiger zu hören. Denn mit der neu entfachten Liebe zu Immobilien als sichere Geldanlage kommen immer mehr Privatleute ins Spiel. Einen wirklichen Nachteil gegenüber den Profis haben sie bei den Versteigerungen nicht. Die gesetzlichen Regeln sorgen dafür, dass die Chancen gleich verteilt sind. Es zählt immer das höchste Gebot.

Ein Kinderspiel ist eine Zwangsversteigerung für Laien dennoch nicht. Es geht vor allem um viel Geld. Oft stehen schwere Schicksale dahinter. Allein 2011 wechselten nach Informationen des Internetportals Zwangsversteigerungen.de 49.947 Immobilien die Eigentümer. In den vergangenen acht Jahren summierten sich die versteigerten Objekte auf 430.000 - relativ gleichmäßig zu je einem Drittel auf Eigentumswohnungen, Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Gewerbegrundstücke/Wohn- und Geschäftshäuser/Grundstücke verteilt.

Schnäppchen werden seltener

Vor dem Immobilienboom konnten sich Zwangsversteigerungen für den neuen Eigentümer durchaus lohnen. In der Regel erfolgte dann der Zuschlag 10 bis 30 Prozent unter dem geschätzten Verkehrswert der Immobilie. Manchmal waren auch 50 Prozent drin.

Inzwischen sieht das Bild vielerorts anders aus, vor allem in Immobilienhochburgen wie München, wo das Angebot knapp ist und die Nachfrage explodiert. "Die Zeit der Schnäppchen ist hier schon seit zweieinhalb Jahren vorbei", bestätigt Rechtspflegerin Annette Kramny vom Amtsgericht München. Zweite Versteigerungs- Termine müssten kaum angesetzt werden. "Bei uns geht fast alles im ersten Termin weg, es sei denn es gibt ernstere Mängel."

Und die erzielten Preise sind im wahrsten Sinne oft der Hammer: 2011 wurden in München bei Zwangsversteigerungen durchschnittlich 97,71 Prozent des vom amtlichen Gutachter festgestellten Verkehrswertes erzielt, heute liegen die Preise weit darüber. Für die hoch im Kurs stehenden Ein- bis Zwei-Zimmer-Wohnungen erziele man häufig deutlich über 110 Prozent, so Kramny. Zum Teil sind sogar 170 Prozent drin.

Zudem hat sich noch etwas geändert: Waren lange nur zentral gelegene Immobilien beliebt, drängen Interessenten nun auch - mangels Angebot - weiter ins Umland - ein Trend den Makler auch beim klassischen Immobilienkauf zunehmend feststellen.

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