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07.11.2012
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Wohnungsmarkt
Kaufboom erhöht Gefahr einer Preisblase

Blick auf Hamburg: Auch in der Hansestadt sind starke Preisanstiege zu beobachten
DPA

Blick auf Hamburg: Auch in der Hansestadt sind starke Preisanstiege zu beobachten

Der Immobilienboom in Deutschland geht weiter. Studien dokumentieren erneut starke Preisanstiege in Großstädten. Auch künftig dürfte die Tendenz weiter steigend sein. Weil Preise schneller zulegen als Mieten, ist auch erneut von der Gefahr einer Spekulationsblase die Rede.

Berlin - Mieten und Wohnungspreise werden in den meisten deutschen Städten einer Studie zufolge weiter steigen. An der Spitze liegen erneut Berlin, Hamburg, München und Frankfurt, wie das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) am Mittwoch in Berlin mitteilte. Hier ziehen die Kaufpreise für Eigentumswohnungen inzwischen sogar kräftiger an als die Mieten. Daraus könnten spekulative Blasen entstehen, wenn die Mieten nicht aufholen, befürchten die Experten. Eine deutlich schwächere Entwicklung erwartet das Institut dagegen im Ruhrgebiet.

Durchschnittlich legten die Wohnungspreise in Großstädten der Studie zufolge in den vergangenen fünf Jahren jährlich um 6,5 Prozent zu. An der Spitze steht München, wo die Preise doppelt so hoch sind wie im Durchschnitt. In Berlin dagegen lagen sie bis Ende 2010 etwa im Schnitt, stiegen seitdem aber stark an.

In zehn Städten - darunter Dortmund, Duisburg und Wuppertal - stagnierten dagegen die Preise für Eigentumswohnungen oder sanken sogar. Für die Studie wurden auf Basis von Immobilienanzeigen im Internet Preis- und Mietentwicklung in 25 Großstädten untersucht.

In den Städten mit überdurchschnittlichen Wohnungspreisen sind auch die Mieten besonders hoch. Am höchsten sind sie der Studie zufolge in München und Hamburg. Zwischen den Städten gebe es hier aber geringere Unterschiede als bei den Kaufpreisen für Wohnungen. Insgesamt seien die Mieten mit einem Plus von 1,8 Prozent jährlich auch deutlich weniger stark angestiegen als die Kaufpreise.

Preisanstieg geht weiter

Für das kommende Jahr erwarten die Forscher in den meisten Großstädten einen weiteren Anstieg - wenn auch nicht mehr so stark wie noch 2012. In Berlin, Augsburg, Hamburg, München und Nürnberg könnten die Wohnungspreise sogar um mehr als 10 Prozent zulegen. Auch in Dresden werde ein Plus von knapp zehn Prozent erwartet. Für das Ruhrgebiet prognostiziert das DIW dagegen konstante Preise. Auch die Mieten werden der Studie zufolge zulegen, wenn auch weniger stark als die Preise für Eigentumswohnungen.

Besonders in Berlin, München und Hamburg hätten sich die Wohnungspreise inzwischen deutlich von den Mieten abgesetzt, erklärte das Institut. "Dahinter könnten spekulative Tendenzen stehen." Von einer Immobilienblase zu sprechen, sei aber übertrieben, betonte der Immobilienrechtler Dietrich Sammer. Die Mieten würden durch Mietspiegel deutlich stärker begrenzt als die Wohnungspreise. Ohne diese Regelung hätten sie längst ähnlich stark angezogen.

Zu ähnlichen Ergebnissen kommt die Immobilienberatung Wüest&Partner in einer aktuellen Studie. Bis jetzt gebe es noch keine Anzeichen für eine Immobilienblase in Deutschland. In einigen Städten aber sei der Immobilienmarkt bereits leicht überhitzt. Besonders sei hier die Region um München zu nennen. Berlin und Hamburg, die gefühlt schon kurz vor einem Kollaps stünden, wiesen dagegen noch einen ausgeglichenen Markt auf. Hier sei die Einwohnerzahl zuletzt deutlich gewachsen - steigende Preise seien daher kein Ergebnis von Spekulationen, sondern eine Reaktion auf steigende Nachfrage.

Nach Einschätzung des DIW haben die steigenden Preise auch mit der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank seit 2008 zu tun. Die Zinsen für Immobilienfinanzierung seien derzeit extrem niedrig. Auch die Unsicherheit über die Entwicklung im Euroraum begünstige die Flucht in Sachwerte.

cr/dpa

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