Samstag, 24. Februar 2018

Vor US-Wahl Lichtblicke auf Amerikas Häusermarkt

Case-Shiller-Index: Wie Häuserpreise die US-Wahl beeinflussen
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REUTERS

Nur mühsam entkommt die US-Wirtschaft den Folgen der Finanzkrise. Doch gerade am Immobilienmarkt, wo die Misere begann, regt sich kurz vor der Präsidentenwahl wieder Hoffnung. Der maßgebliche Case-Shiller-Index steigt besonders in wahlentscheidenden Staaten.

Hamburg - Wäre da nicht der verheerende Sturm "Sandy", könnte es die Nachricht des Tages sein: Der Case-Shiller-Index steigt zum siebten Mal in Folge und liegt mit dem Wert für August um 2 Prozent über dem Stand vor einem Jahr. Seit das Platzen der Spekulationsblase am Immobilienmarkt die USA und die Weltwirtschaft in den Abgrund riss, ist der Hauspreisindex zum viel beachteten Barometer des Wohlergehens der Nation geworden.

2 Prozent, das ist auch die im dritten Quartal gemessene Wachstumsrate der Volkswirtschaft, getragen von einem satten Plus der Wohnungsbauinvestitionen um 14,4 Prozent. Auch der private Konsum, der eng mit der Vermögenslage der Amerikaner und damit den Hauspreisen zusammenhängt, stützte die Konjunktur, während die Unternehmen angesichts der schwachen Weltwirtschaft weniger exportierten und investierten.

Die Zeichen verdichten sich, dass aus der zarten Erholung ein solider Aufschwung wird. "Wegen neuer Berichte von Baufirmen, starker Zugewinne an Baugenehmigungen, einem Rekordtief im Leerstand von Neubauten und dem erklärten Willen der Fed, laufend große Mengen hypothekenbesicherter Wertpapiere zu kaufen, haben wir unsere Prognosen für Hausverkäufe und Baubeginne für 2013 und 2014 erhöht", erklären die Analysten Mark Vitner und Anika Khan von Wells Fargo Börsen-Chart zeigen, dem Marktführer in der Immobilienfinanzierung.

Im kommenden Jahr werden demnach rund eine Million neuer Häuser gebaut, erstmals seit Krisenbeginn wäre damit wieder das historische Normalmaß erreicht. Bereits im September, vom aktuellen Case-Shiller-Index noch nicht erfasst, sprangen die Baubeginne um 15 Prozent auf 890.000 (aufs Jahr hochgerechnet) an.

Treiber der Entwicklung ist weniger die Politik der Regierung, als die Dynamik des Markts: Wegen der jahrelangen Flaute am Bau und gleichzeitig wachsendem Bedarf hat sich der Überhang von Millionen unverkaufter Häuser in einen Mangel verwandelt. Mit laut dem Datendienst Corelogic 3,8 Millionen Zwangsvollstreckungen und weiteren 1,3 Millionen, die kurz vor dem Abschluss stehen, haben die Banken ihre Altlasten fauler Kredite zum Großteil abgebaut, was Druck vom Markt nimmt. Mieten als Alternative zum Kaufen ist vielerorts zu teuer geworden. Wer die Option hat und nicht überschuldet ist, wählt wieder lieber das Wohneigentum.

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