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15.10.2012
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Immobilienpreise
Ein Boom in Zeiten der Rezession

Von Henrik Müller

Der Markt für Wohnimmobilien boomt: Hauspreise und Bauaufträge steigen, Geldvermögen wird in Steine und Boden umgeschichtet
dapd

Der Markt für Wohnimmobilien boomt: Hauspreise und Bauaufträge steigen, Geldvermögen wird in Steine und Boden umgeschichtet

Das Frühwarnsystem des Internationalen Währungsfonds hat Alarm ausgelöst: Die deutschen Häuserpreise steigen so schnell wie in keinem anderen der G20-Staaten. Die deutsche Volkswirtschaft scheint zu überhitzen - mitten in der Rezession.

Hamburg - Die Warnung ging unter im lauten Dauergetöse der Euro-Krise, aber sie ist durchaus ernst zu nehmen. Roten Alarm für Deutschland löste vorige Woche der Internationale Währungsfonds (IWF) aus: Besorgniserregend rasch steigen die deutschen Häuserpreise, so zeigen es Analysen der Washingtoner Experten - ein Anzeichen dafür, dass die deutsche Volkswirtschaft allmählich überhitzt. Das geht aus dem Frühwarnsystem hervor, mit dem der IWF die G20-Staaten ständig überwacht. Nirgends in den führenden Wirtschaftsnationen steigen laut IWF die Hauspreise derzeit so besorgniserregend schnell.

Die Zahlen zeigen: Das Szenario der Deutschland-Blase, vor der manager magazin seit Ende 2010 immer wieder gewarnt hat, ist nach wie vor intakt. Und zwar obwohl Deutschland derzeit am Rande einer Rezession steht. Wie passt das zusammen?

Ein neues Konjunkturmuster wird sichtbar: Auf der einen Seite gerät die Industrie immer stärker in den Sog des Abschwungs; es wird schwieriger zu exportieren, weil die schrumpfenden Handelspartner im Euro-Raum weniger importieren und weil sich die Dynamik in Schwellenländern wie China abschwächt.

Die Umfragen des Ifo-Institut in der deutschen Industrie zeigen: Noch sind die Auftragsbücher voll, aber die Aussichten trüben sich immer weiter ein. Entsprechend stehen die Unternehmen auf der Bremse und investieren weniger in Maschinen, Anlagen und Gebäude. Verbreiteten "Attentismus" diagnostizieren die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute in ihrer aktuellen Herbstprognose.

Kreditvergabe für Immobilienkäufe steigt

Auf der anderen Seite boomt der Markt für Wohnimmobilien. Um rund ein Sechstel haben die Preise seit 2008 im Schnitt real zugelegt, in den Metropolen noch weit mehr, und seit 2011 ist das Tempo der Preiszuwächse noch mal deutlich schneller geworden. Kein Wunder, dass immer mehr gebaut wird: Die Branche, ein Jahrzehnt lang auf Schrumpfkurs, nimmt zunehmend Fahrt auf. Um mehr als ein Drittel sind Baugenehmigungen und Bauaufträge seit 2008 gestiegen.

Und ein Ende des Wohnungsbooms ist nicht in Sicht. Bislang wird die Entwicklung vor allem von der Flucht in Sachwerte getrieben; Geldvermögen wird umgeschichtet in Steine und Boden. Aber inzwischen gibt es erste Anzeichen, dass auch die Kreditvergabe für Immobilienkäufe steigt. Warum auch nicht, könnte man meinen: Schließlich sind die langfristigen Zinsen negativ - Geld gibt's quasi umsonst. Und daran wird sich kaum etwas ändern.

Dass die Zinsen steigen könnten, um den Boom in Deutschland abzukühlen, ist eine völlig irreale Vorstellung. Weltweit halten die Notenbanken die Sätze über das ganze Laufzeitenspektrum niedrig, um die Gefahren, die von den gigantischen Schuldenständen überall im Westen ausgehen, im Griff zu halten. Immer neue Runden von Markteingriffen, insbesondere der massive Ankauf von Staatsanleihen und anderen Papieren, drücken die Zinsen immer weiter.

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Henrik Müller ist stellvertretender Chefredakteur des manager magazins.









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